Enge Nachbarn: Windpark und Braunkohletagebau

Eine Kulturlandschaft wird zeitgleich von umweltfreundlicher Windkraft und zerstörerischem Braunkohletagebau überprägt.

Das Projektentwicklungsunternehmen Juwi und die Stawag Solar GmbH errichten am Rand der nordrhein-westfälischen Stadt Düren einen Windpark mit drei Anlagen der neuen Generation (Typ Enercon E101). Nur 40 km weiter nördlich entsteht parallel der Braunkohletagebau Garzweiler II. Bei Paul Schweda, Leiter der Juwi-Niederlassung in Essen, stößt dies auf Unverständnis. Immerhin werde eine Kulturlandschaft für eine veraltete und umweltschädliche Technologie zerstört, wo es doch schon heute möglich sei, Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energien bereitzustellen.

In Düren-Echtz laufen derweil die Bauarbeiten für den neuen Windpark: Im Oktober sollen bereits die Türme der 3 MW-Anlagen aufgebaut werden. Der fertige Windpark soll dann 23 Mio. kWh sauberen Strom liefern. Zuvor wurde der Boden rund um den Standort archäologisch untersucht. Mit Erfolg: Es wurde ein 7000 Jahre altes Steinbeil gefunden, welches den Keltengräbern in der Umgebung zugeordnet werden konnte. Das Fundstück wurde der Denkmalbehörde NRW übergeben. (msz)