Die Beste Stadtwerke in Ostwestfalen schreiben seit Jahren Verluste im Netzgeschäft.
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Beste Stadtwerke wollen Netzsparte verkaufen

Westfalen Weser Netz hat dem Stadtwerkeverbund ein Angebot gemacht. Im Gegenzug sollen die betroffenen Städte an dem Netzbetreiber beteiligt werden.

Im Vertrieb läuft es gut, im Netzbereich wurden über drei Jahre lang Verluste geschrieben: Deshalb richten sich die Beste Stadtwerke, ein 2013 gegründeter Verbund von fünf kommunalen Unternehmen aus dem ostwestfälischen Landkreis Höxter, jetzt neu aus. Das Unternehmen will sich künftig rein auf das Vertriebsgeschäft konzentrieren und sich vom bislang defizitären Netzgeschäft trennen. Laut einem Artikel der "Neuen Westfälischen" müssen die Räte der betroffenen Kommunen nun über einen Verkauf der Netze an Westfalen Weser Netz entscheiden.

Den Anfang macht am kommenden Mittwoch die Stadt Steinheim, diese verfügt neben dem Strom- auch über ein Gasnetz. Westfalen Weser Netz soll den hinter den Beste Stadtwerken stehenden Kommunen bereits ein Kaufangebot gemacht haben. Im Gegenzug sollen die Eigentümerkommunen an dem Netzbetreiber beteiligt werden. Am Mutterkonzern von Westfalen Weser Netz, der Westfalen Weser Energie, sind bereits über 50 Kommunen beteiligt. Beste-Aufsichtsratsvorsitzender Hubertus Grimm will die Öffentlichkeit am 13. Juli detailliert über die Pläne informieren.

Vielschichtige Netzlandschaft

An den Beste Stadtwerken sind neben Steinheim außerdem die Stadtwerke Beverungen, Bad Driburg, Borgentreich und Warburg beteiligt. Bis auf Bad Driburg besitzen diese alle Stromnetze. Die dortige Netzlandschaft ist aber teilweise sehr kleinteilig. So betreiben die Besten Stadtwerke in Beverungen und Borgentreich zwar das Stromnetz in der Kernstadt, in anderen Ortsteilen obliegt der Netzbetrieb aber EAM respektive Westfalen Weser Netz.

Die Gesellschafter der Beste Stadtwerke haben ihre Versorgungsnetze an das kommunale Unternehmen verpachtet und erhalten im Gegenzug rund 3,4 Mio. Euro pro Jahr. Dieses Pachtmodell war für die Städte lukrativ, die Ertragskraft der Beste Stadtwerke aber hat es offensichtlich überfordert. Unter anderem waren gewisse Kostensteigerungen, unter anderem beim Tiefbau, nicht durch die Erlösobergrenze abgedeckt (ZfK 11/2017,16). Im Vertrieb hingegen wurden zwischen 2013 und 2016 durchgängig Gewinne geschrieben. Die Verluste im Netzbereich bescherten dem Unternehmen zwischen 2014 und 2016 aber insgesamt unterm Strich Defizite von insgesamt mehr als drei Mio. Euro.

Positiver Ausblick für die 120 Mitarbeiter

Die Beste Stadtwerke hatten nach ihrer Gründung die meisten Mitarbeiter der Mutterstadtwerke Beverungen, Steinheim, Bad Driburg, Borgentreich und Warburg übernommen. Die 120 Beschäftigten müssten um ihre Jobs nicht fürchten, sagt Jürgen Unruhe, SPD-Fraktionschef im Steinheimer Rat. Der Großteil werde seinen Arbeitsplatz behalten, ein Teil werde von Westfalen Weser Netz übernommen. Auch für die etwa 53000 Kunden der Beste Stadtwerke – davon 25000 außerhalb des Stadtgebiets – werde sich nichts ändern. Auch die Preise würden stabil bleiben. (hoe)