Die Kunden der BEV fallen nach der Unternehmenspleite in die Grundversorgung.
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BEV-Pleite betrifft eine halbe Million Kunden

Die Insolvenz der Bayerischen Energieversorgungsgesellschaft zieht weite Kreise. Deutschlandweit fallen 500.000 Kunden in die Grundversorgung.

Nach Kunden-Beschwerden und einer Abmahnung durch die Verbraucherzentrale sowie einem Aufsichtsverfahren der Bundesnetzagentur (BNetzA) erreichten die Querelen um die Bayerische Energieversorgungsgesellschaft (BEV) am Mittwoch mit einem Insolvenzantrag ihren Höhepunkt. Für die 500.000 Kunden geht es nun um Schadensbegrenzung. Dazu gehört auch eine Ersatzversorgung mit Strom und Gas.

Eon hat seit Anfang Januar bereits mehr als 10.000 Energiekunden von der BEV übernommen, viele davon in Bayern, aber auch in Mittel- und Norddeutschland. Auch im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Kiel wollten zum Jahreswechsel zahlreiche Kunden vom Billiganbieter zum Kommunalunternehmen wechseln. In vielen Fällen war das allerdings nicht möglich, da die BEV schlichtweg nicht erreichbar war.

Die Liste der insolventen Discounter ist lang

Nun fallen rund 2000 Norddeutsche in die Grund- bzw. Ersatzversorgung durch die Stadtwerke Kiel, auch die Stadtwerke München versorgen einen Teil der BEV-Kunden. Eon warnt in einer Pressemitteilung vor Billiganbietern: "Wir raten Verbrauchern, auf zuverlässige und seriöse Anbieter zu setzen. Vermeintliche Schnäppchen haben sich in der Vergangenheit schon öfter als dubiose Lockangebote entpuppt, bei denen tausende Kunden auf ihren vorab bezahlten Energiekosten sitzen geblieben sind", so Wolfgang Noetel, Geschäftsführer von Eon. Allein in den vergangenen Jahren gingen diverse Discounter wie Care Energy, Teldafax, Flexstrom und zuletzt die Deutsche Energie insolvent. (ls)