Sachsen gewinnt knapp vor Bayern

Die oberflächennahe Geothermie wird im ostdeutschen Freistaat sehr häufig eingesetzt.

Mit 82 Punkten gewinnt Sachsen zum ersten Mal die Erdwärme-Liga. Dies berichtet der Bundesverband Geothermie via Pressemitteilung. Die Erdwärme-Liga zeichnet Bundesländer aus, die sich bei der Nutzung oberflächennaher Geothermie hervorgetan haben. Der Wettbewerb misst die installierte Gesamtleistung von oberflächennahen Geothermieanlagen pro 100 000 Einwohner. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Bayern (80) und Brandenburg (78). Dahinter klettert Nordrhein-Westfalen mit 52 Punkten auf den vierten Rang, dicht gefolgt vom "Aufsteiger des Jahres" Rheinland-Pfalz (51). Insgesamt kommt Sachsen im Jahr 2015 auf eine installierte Leistung von 3376 kW.

Im April 2015 wurde die Förderung von oberflächennahen Geothermieanlagen im Marktanreizprogramm deutlich angepasst, so der Bundesverband Geothermie. Besonders Erdwärmenutzer in Gebäuden mit geringem Wärmebedarf profitieren von der Anhebung der Mindestförderung von 2800 auf 4500 Euro für Erdwärmesondenanlagen beziehungsweise 4000 Euro für sonstige Geothermieanlagen.

Die Preise des Wettbewerbs wurden im Rahmen des Geothermiekongresses in Essen vergeben. NRW-Umweltminister Johannes Remmel sieht in der Geothermie eine ideale Gelegenheit, den Strukturwandel im Ruhrgebiet produktiv zu nutzen. Remmel rückt vor allem das Potenzial von ehemaligen Bergwerken in den Fokus: "Durch oberflächennahe Geothermieanlagen kann ihre Wärme sinnvoll genutzt werden. Insgesamt könnte in Nordrhein-Westfalen rund die Hälfte der benötigten Wärme aus Erdwärme bereitgestellt werden." (al)