In der Stadt Schwerin ist am Montag (1. Oktober) der Bohrturm zur Gewinnung von Erdwärme in Betrieb genommen worden. Mit dabei (v.l.): Christian Pegel (SPD), Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung in Mecklenburg-Vorpommern, Rico Badenschier (SPD), Oberbürgermeister von Schwerin, Gerd Böttger (Die Linke), Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtwerke Schwerin GmbH, und Josef Wolf, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwerin GmbH. Bild: © Rainer Jensen / dpa

Bohrstart für Geothermie-Anlage in Schwerin

Die Stadtwerke Schwerin setzen auf die Tiefengeothermie. Am Montag startete die Bohrung. Noch in diesem Jahr sollen erste Ergebnisse über Schüttung und Temperatur vorliegen.

Nach Waren/Müritz und Neubrandenburg will nun auch Schwerin tieferliegende Erdschichten zur Wärmegewinnung nutzen. Dafür wurden am Montag neben dem Heizkraftwerk im Ortsteil Lankow die notwendigen Tiefenbohrungen gestartet. In der Region gebe es gute geologische Voraussetzungen, um die Erdwärme zur klimafreundlichen Energiegewinnung nutzbar zu machen. «Wir bringen damit in Schwerin die Erneuerbaren Energien auf den Wärmemarkt», erklärte Josef Wolf, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwerin zum Bohrstart. Durch das bereits sehr gut ausgebaute Fernwärmenetz in Schwerin könne die geothermische Energie optimal ausgenutzt werden. Bohrunternehmen ist die Firma Daldrup & Söhne. 

Erdwärme sei eine unerschöpfliche Quelle, die das ganze Jahr über und unabhängig von Klima oder Jahreszeit genutzt werden sowie kostengünstig gespeichert werden könne. Gleichzeitig lasse sich der Einsatz fossiler Brennstoffe reduzieren und damit der Ausstoß klimaschädlicher Gase verringern. Bis 2050 strebe die Landeshauptstadt CO2-Neutralität an, erklärte Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD). Nach seinen Angaben können die Stadtwerke mit Geothermie 15 Prozent des Fernwärmebedarfs in Schwerin decken. In sechs bis acht Wochen solle die Fördertiefe für das Thermalwasser von rund 1200 Metern erreicht sein. Dann liegen die Ergebnisse über Temperatur und Schüttung des Wasserreservoirs vor.

Erste Anlagen im Jahr 1984

Das erste geothermische Heizkraftwerk in Ostdeutschland war 1984 in Waren an der Müritz in Betrieb genommen worden. Rund 1000 Wohnungen konnten durch die Nutzung heißer Sole mit Warmwasser und Wärme versorgt werden. Danach folgten Geothermieanlage in Neubrandenburg und Prenzlau. (dpa/al)