Brand im belgischen KWK Tihange

Kaum in Betrieb und schon wieder aus: Nach einem Feuer im nicht-nuklearen Bereich des belgischen AKW Tihange, fuhr Reaktorblock 1 automatisch herunter.

Seit 14. Dezember lief der umstrittene Atomreaktor Tihange 2 wieder. Zuvor war er wegen Haarrissen seit März 2014 nicht in Betrieb gewesen. Nun gab es ein Feuer in dem belgischen Atomkraftwerk, berichteten mehrere Medien. Der Reaktor 1 fuhr sich daraufhin automatisch herunter. Feuerwehrleute löschten den Brand, so Betreiber Electrabel. Der Zwischenfall habe keine Auswirkungen auf Beschäftigte, Bevölkerung und Umwelt gehabt. Der Reaktor liegt rund 70 Kilometer von Aachen entfernt.

Teile der deutschen Politik zeigten sich empört: So forderte die Regierung von Nordrhein-Westfalen – wie schon zuvor – Tihange komplett stillzulegen. Auch Oliver Krischer, Abgeordneter des Deutschen Bundestags (Bündnis 90/Die Grünen) wetterte, es sei unverantwortlich von der belgischen Regierung, sie spiele "Russisches Roulette" mit der Zukunft der Region. Der jetzige Störfall sei nur ein Glied in einer "unendlichen Pannenserie", so Krischer. Zudem kritisierte er eine "unmoralische Nähe" zwischen der belgischen Atomaufsichtsbehörde und Electrabel. So würden Meinungen, wie etwa die von deutschen Experten, die sich gegen eine Wiederinbetriebnahme der alten Reaktoren ausgesprochen hatten, im offiziellen Gutachten nicht mehr auftauchen. (sg)