Ein Schaufelradbagger im Braunkohletagebau Welzow Süd südlich von Cottbus (Lausitzer Revier). Bild: Z thomas / Wikipedia

Braunkohle-Tagebau in Lausitz soll weitergehen

Der Braunkohlen-Ausschuss von Brandenburg hat sich für die Weiterführung des Tagebaus Welzow Süd II ausgesprochen. Vattenfall begrüßt die Entscheidung.

Nach fast siebenjährigen Verhandlungen empfiehlt der Brandenburger Braunkohlen-Ausschuss eine Weiterführung des Tagebaus Welzow Süd II. Darauf basierend, wird die Landesregierung von Brandenburg abschließend über die Genehmigung des Braunkohlenplans befinden. Die Entscheidung soll noch vor der Sommerpause in Potsdam fallen.

Zuvor hatten etwa 100 Vertreter von Initiativen, Verbänden und Einwohnern aus Welzow und dessen Ortsteil Proschin vor der Cottbuser Messehalle gegen den Plan protestiert, einen neuen Tagebau aufzuschließen, berichten lokale Medien. Mehr als 800 Menschen müssten sonst umgesiedelt werden. Erstmals sollte demnach ein aktives Bioenergiedorf der Braunkohle geopfert werden.

Nach Angaben des Informationsdienstes Energate haben mehrere Agrar-Unternehmen beim Cottbuser Verwaltungsgericht gegen die Tagebaue Welzow Süd I und II eingereicht. Auflage von Welzow Süd I sei gewesen, die "Existenz zu garantieren". Nun hätten sich Bergbaubetreiber und Landesbehörden darüber hinweggesetzt, weswegen eine Fortführung und neue Betriebspläne als "illegal" angesehen würden.

Energiekonzern Vattenfall hingegen begrüßt die Entscheidung. Man habe transparent dargelegt, "weshalb die Nutzung der Kohlevorräte im Teilabschnitt II ab Mitte der 2020er-Jahre zwingend nötig ist". Das 1600 MW-Kraftwerk Schwarze Pumpe sei auf die Reserven aus Welzow angewiesen, wolle es seinem Versorgungsauftrag nachkommen. Man sei froh, dass eine Mehrheit im Braunkohlenausschuss diese Notwendigkeit ebenfalls erkannt habe und Vattenfall einen "verantwortungsvollen Umgang mit dem Lausitzer Bodenschatz und den unvermeidlichen Folgen eines Tagebaus" zutraue.

Angesichts des Kernenergieausstiegs erwartet der Versorger, dass die Auslastung der Lausitzer Braunkohlekraftwerke auf dem hohen Niveau von heute bleibt, die Tagebaufelder bis Mitte der 2020er-Jahre abgebaut sind und danach neue Abbaugebiete benötigt werden. (sg)