Windräder im Wald stoßen vielfach auf Widerstand bei den Bürgern. Bild: Steffen Recke / pixelio.de

BWE Hessen kritisiert zögerlichen Windenergie-Ausbau

In Hessens Mittelgebirgen könnte mit Windkraft die Hälfte des Strombedarfs erzeugt werden.

Die Landesgruppe Hessen des Bundesverbandes Windenergie e. V. (BWE) weist auf den zögerlichen Ausbau der Windkraft in Hessen hin. So seien im ersten Halbjahr 2013 gerade einmal 19 neue Anlagen mit einer Leistung von 46 MW installiert worden. Rheinland-Pfalz könnte für den gleichen Zeitraum einen viermal so hohen Zubau verzeichnen.

Ein Hindernis sei die zögerliche Ausweisung von Windeignungsflächen in den Regional- und Flächennutzungsplänen. Zudem sorgten völlig überzogene Vorgaben der Naturschutzbehörden für eine Kostenexplosion bei den Planungen. Weitere Probleme seien ziviles und militärisches Radar sowie die Drehfunkfeuer der Deutschen Flugsicherung. So steckten aktuell wegen Einsprüchen ziviler und militärischer Luftfahrtbehörden bundesweit 3500 MW geplanter Windenergieprojekte in der Warteschleife, davon allein 600 MW in Hessen.

Dabei hat die Studie zum Windenergiepotenzial in Hessen des BWE ergeben, dass knapp 3,4 % der Landesfläche außerhalb von Wäldern und Schutzgebieten für den Ausbau mit Windkraft zur Verfügung stehen. Bei Nutzung der im Landesentwicklungsprogramm (LEP) angepeilten 2 % könnten bereits 14 GW Windenergie installiert werden. Gerade in den Mittelgebirgslagen gebe es viele Standorte, an denen bei Verwendung heutiger Nabenhöhen ähnliche Windverhältnisse wie in Küstennähe herrschten. Alleine dort ließe sich mit 2500 Anlagen à 3 MW die Hälfte des hessischen Strombedarfs produzieren. (msz)