RWE erwägt Aus von Garzweiler

Der RWE-Braunkohle-Tagebau in Garzweiler. Bild: RWE AG

Der RWE-Braunkohle-Tagebau in Garzweiler. Bild: RWE AG

Der RWE-Braunkohle-Tagebau in Garzweiler. Bild: RWE AG

Die Einspeisung von erneuerbaren Energien macht den Tagebau zunehmend unattraktiv.

Der Energieversorger RWE AG spielt mit dem Gedanken, den Braunkohletagbau in Garzweiler mittelfristig zu schließen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (8. Oktober 13). Nach internen Szenarien könnte die Kohle noch so lange gefördert werden, bis die nächste Umsiedlung anstünde. Das wäre etwa im Jahr 2017/18.

Es gebe "keine konkreten Pläne, aus dem Tagebau Garzweiler auszusteigen", berichtete RWE auf Anfrage der Zeitung. Allerdings stehen Braunkohlekraftwerke unter Druck. Ursprünglich war geplant, den Tagebau bis 2045 zu betreiben. Die Wirtschaftlichkeit des Modells Braunkohlekraftwerke unter Druck gebracht hat die zunehmende Einspeisung von erneuerbaren Energien. Und ein weiteres Damoklesschwert schwebt über dem Sektor: die CO2-Zertifikate. Zwar liegt der Preis derzeit am Boden und bevorteilt Braunkohlekraftwerke, doch dieser Zustand ist nicht in Stein gemeißelt.

Die Braunkohle ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Nordrhein-Westfalen. In dem Sektor arbeiten etwa 35 000 Menschen, so die "Süddeutsche Zeitung". Auch die Gewerkschaft Verdi warnt vor einem Jobabbau.

Das "Handelsblatt" (8. Oktober 13) berichtet, dass RWE-Chef Peter Terium den Konzern weiter umbauen will. Demnach plant Terium den Zusammenschluss der Vertriebe (Gas & Strom aus Deutschland, Niederlanden, Belgien, Großbritannien) in einer gesamteuropäischen Societas Europaea (SE). Diese neue Holding bündelt etwa 70 % des Gesamtgeschäfts von RWE (etwa 38 Mrd. €), so das Handelsblatt. Solch ein Bündeln der nationalen Einheiten hatte Terium bereits zum Jahreswechsel mit den Atom-, Kohle- und Gas-Kraftwerken gemacht. (al)