Auf dem Weg zum smart Grid hat Regionetz ein virtuelles Kraftwerk samt Netzampel simuliert.
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Regionetz: Forschung zu virtuellem Kraftwerk erfolgreich abgeschlossen

Der Verteilnetzbetreiber aus Aachen hat die vergangenen drei Jahre erprobt wie dezentrale Erzeugung und Verbrauch sich in Einklang bringen lassen. Der Ansatz eines Ampelsystems hat sich bewährt.

Unter dem Namen „Quirinus“ haben verschiedene Partner der Energiewirtschaft unter der Leitung der Stawag-Netztochter Regionetz simuliert, wie verschiedenste dezentrale Erzeuger und Verbraucher aufeinander abgestimmt werden können, um Netzengpässe zu vermeiden.

„Zum Abschluss von Quirinus können wir eine sehr positive Bilanz ziehen“, freut sich Stefan Ohmen, der gemeinsam mit Axel Kahl Geschäftsführer der Regionetz ist. „Unser zentraler Ansatz im Projekt war, die Stromnetze künftig durch ein virtuelles Flächenkraftwerk stabil zu halten. Das hat funktioniert und wir haben wertvolle Erkenntnisse für ein solches Modell gewinnen können – wobei unser Fokus auf den Verteilnetzen lag.“

Netzustände als Ampelphasen

Im Rahmen des von der EU und dem Land Nordrhein-Westfalen mit sechs Mio. Euro geförderten Projekts ging es vor allem darum die Steuerung eines virtuellen Flächenkraftwerks zu simulieren.Hierfür wurden Online-Messwerte, historische Lastgänge, Prognosen und Lastprofile einbezogen, um den aktuellen und künftigen Zustand eines Ntzes ermitteln zu können.

Auch ein Ampelsystem, das den Zustand einzelner Leitungen und Knotenpunkte in Echtzeit und in der Vortagsprognose anzeigt, wurde dazu einbezogen. Besonders herausfordernd war laut den Projektverantwortlichen die sichere informations- und kommunikationstechnische Anbindung von Netzleitstellen und Anlagen, die Integration von Erzeugungs- und Lastprognosen sowie der Aufbau einer IT- Infrastruktur mit einem Security-Monitoring System. Bezugspunkt der Versuche waren verschiedene reale Netze in der Region Aachen-Düren.

BHKW im Einsatz

Neben dem Simulierung einer Steuerung gehörten auch zwei Feldversuche zu Quirinus. „Am Tagebau in Inden haben wir 2018 in einem Inselnetz getestet, wie ein BHKW mit Schwungmassespeicher bei Lastschwankungen stabilisierend eingesetzt werden kann“, blickt Pascal Gerold zurück, der für Regionetz das Quirinus-Projekt geleitet hat. „2019 wurde die stabile Versorgung eines Inselnetzes mittels BHKW und Rotationsspeicher an einem Biogas- Anlagekomplex in Gangelt erfolgreich wiederholt, wobei eine deutlich komplexere Netzstruktur, unter anderem mit volatiler Energieerzeugung aus Photovoltaik, genutzt wurde.“ (ls)