Versickerungsbecken des Wasserwerks von Gelsenwasser in Haltern am See. Bild: Gelsenwasser

Schiedsstelle erhöht Wasserpreis von Gelsenwasser

Als einer der wenigen Wasserversorger legt Gelsenwasser den Frischwasserpreis für Haushalte nicht selbst fest, sondern ein Schiedsgremium.

Nach acht Jahren stabiler Wasserpreise hat die Ständige Schiedsstelle von Gelsenwasser und versorgten Kommunen entschieden, die Frischwasserpreise deutlich zu erhöhen. Der einstimmig gefallene, bindende Schiedsspruch des Gremiums sieht die Erhöhung des Mengenpreises zum Jahreswechsel 2013/14 um ein Viertel auf 1,8083 €/m³ vor. Der monatliche Grundpreis bleibt gleich. Gelsenwasser betont denn auch in der Preiskommunikation samt Video auf der Startseite, dass sich die Wasserkosten einer dreiköpfigen Familie in einem Drei-Parteien-Haus nur um gut 12 % oder knapp 30 €/a erhöhen, in einem Einfamilienhaus um gut 8 %.

Wenn der Gelsenwasser-Vorstand, unterstützt durch ein Kosten-Gutachten eines Wirtschaftsprüfungsunternehmens, die Wasserpreise erhöhen will, muss er die Ständige Schiedsstelle anrufen. Diese ist nun, wie aus einer Pressemeldung von Gelsenwasser hervorgeht, dem Erhöhungsgesuch "in einigen Punkten" nicht gefolgt. Zwar seien der Strom für die Wasserversorgung sowie die Investitionen in die Wasserwerke teurer geworden und der Wasser-Absatz gefallen, doch das Gremium sei überzeugt, dass Gelsenwasser auch künftig die Effizienz der Wasserversorgung steigert.

Je zwei der fünf Mitglieder der Ständigen Schiedsstelle werden von Gelsenwasser selbst und von den versorgten Kommunen mit unabhängigen Sachkundigen beschickt. Diese vier wählen dann ihren Vorsitzenden als fünftes Mitglied. Er muss das zweite juristische Staatsexamen haben.

Gelsenwasser versorgt Dutzende Kommunen mit Wasser, darunter die Städte Castrop-Rauxel, Datteln, Gelsenkirchen, Haltern am See, Herten, Marl, Recklinghausen und Unna. (geo)