Woher kommt der Strom? Kleinere Stadtwerke stehen durch die Digitalisierung vor immer größeren Herausforderungen. Bild: © Rainer Sturm/Pixelio

Blindleistung: Tennet setzt auf hochmoderne Satcom-Anlage

Hightech für die Netzstabilität: Übertragungsnetzbetreiber Tennet setzt für eine ausgeglichene Netzfrequenz auf eine hybride Blindleistungskompensationsanlage.

Die Mischung macht’s – damit Energie in einem Drehstromnetz übertragen werden kann, braucht es Blindleistung für den Spannungsaufbau. Die Wirkleistung, die tastsächlich beim Verbraucher ankommt, sollte dabei immer im richtigen Verhältnis zur Blindleistung stehen. Ansonsten drohen Frequenzstörungen und im schlimmsten Fall ein Blackout. Damit es soweit erst gar nicht kommt, baut Tennet nun eine flexible Satcom-Anlage.

Ab Ende 2019 wird die Kompensationsanlage am Umspannwerksstandort Borken in Hessen zum Einsatz kommen. Sie soll auf 380-kV-Ebene eine dynamische Spannungsunterstützung und Blindleistungsbereitstellung in einem garantieren. Bisher sorgten die großen Erzeuger wie Kohle- und Atomkraftwerke für das richtige Verhältnis von Blind- und Wirkleistung. In Anbetracht des 2022 bevorstehenden Kernkraftausstiegs und der Diskussion um den Kohleausstieg wird die Satcom-Anlage besonders wichtig für die Stabilität der Tennet-Netze sein.

Bereits zwei Kompensationsanlagen in Betrieb

Schon 2008 und 2013 rüstete der Übertragungsnetzbetreiber in Borken auf. Damals wurde jeweils eine MSCDN-Anlage zur Bereitstellung von statischer Blindleistung in Betrieb genommen. Insgesamt investiert das Bayreuther Unternehmen 30 Mio. Euro in die neue Anlage. (ls)