Beim Spatenstich (v.l.n.r.): Matthias Krumbeck und Klaus Engelbertz, beide Innogy, Wilhelm Pieper, Agrowea, Stefan Lütkemeyer und Jens Winkler, beide Enercon, Christoph Pieper, Agrowea, Markus Honnigfort, Bürgermeister der Stadt Haren, Marc-André Burgdorf, designierter Landrat des Landkreises Emsland, MdL Martin Bäumer und Wilhelm Wilberts, Agrowea.
Bild: © innogy SE

Bürgerwindpark: Alles aus einer Hand und regional verarbeitet

Der Bürgerwindpark Fehndorf-Lindloh im Emsland soll Windenergie zu Spitzenzeiten in einer Großbatterie oder im örtlichen Gasnetz speichern.

Der geplante Bürgerwindpark Fehndorf-Lindloh nahe der niedersächsischen Stadt Haren im Emsland soll Windenergie zu Spitzenzeiten in einer Großbatterie oder im örtlichen Gasnetz speichern. Dazu wird der regenerative Strom über eine Power to Gas-Anlage in Wasserstoff umgewandelt. Baubeginn für den Windpark ist Ende des Jahres, für Speicherfeld und Netzinfrastruktur im Herbst.

Über das Forschungs- und Entwicklungsprojekt "cec - clean energy conversion" wollen die Projektpartner somit zeigen, dass durch den Einsatz von 16 Windkraftanlagen in Kombination mit Batteriespeicher, Elektrolyseur und einem übergeordneten Energiemanagementsystem der Selbstversorgungsgrad der Stadt Haren deutlich optimiert werden kann: Die Energieautarkie soll auf bis zu 75 Prozent steigen, teilte die Eon-Tochter Innogy mit.

Viele Hände stemmen das Projekt

Mehrheitsgesellschafter des Bürgerwindparks ist der Projektierer Agrowea aus Twist, weitere Partner sind Enercon, ein deutscher Hersteller von Windenergieanlagen und beteiligte Bürger aus der Region Fehndorf-Lindloh. Im Auftrag des Bürgerwindparks bauen das Essener Energieunternehmen Innogy und sein Verteilnetzbetreiber Westnetz das Speicherfeld sowie die Netzinfrastruktur.

"Die Grundidee hinter unserem Projekt ist gleichzeitig das zentrale Leitbild der Energiewende, nämlich Strom verbrauchsnah zu erzeugen und die regional erzeugte Windenergie inklusive Überschussstrom auch mittels Sektorenkopplung lokal nutzbar zu machen", betonte der Harener Bürgermeister Markus Honnigfort.

Technische Eckpunkte

Das Speicherfeld setzt sich aus dem Batteriespeicher mit einer Kapazität von 4,9 MWh und der Power to Gas-Anlage mit einer Leistung von 2 + 2 MW zusammen. Die Netzinfrastruktur im Bürgerwindpark besteht aus einem 110 kV-Netzanschlusspunkt, einem Umspannwerk und einer 11,6 Kilometer langen 110 kV-Kabelverbindung. Das "Herz" der Installation stellt die übergeordnete Steuerung der Komponenten dar, wobei das Grundkonzept des Projekts von Enercon und dem langjährigen Kunden Agrowea gemeinsam entwickelt wurde.

Die 16 Windenergieanlagen des Typs Enercon E-138 EP3 E2 besitzen eine Nennleistung von jeweils 4,2 MW, haben eine Nabenhöhe von 160 Metern und einen Rotordurchmesser von 138 Metern. Die Konstruktion der Anlagen ermöglicht eine hohe Effizienz bei der Ausnutzung der kinetischen Kraft des Windes, sie zeichnen sich somit durch eine hohe Anzahl von Volllaststunden aus. (ab)