Erster Spatenstich zum Wärmespeicher auf dem Kraftwerksgelände Nürnberg-Sandreuth: Bürgermeister Horst Förther (Mitte); Josef Hasler, Vorsitzender des Vorstands der N-Ergie Aktiengesellschaft (2. v. r.); Christian Höfurthner, Mitglied der Geschäftsführung der Bilfinger VAM Anlagentechnik GmbH (2. v. l.); Norman Villnow, Geschäftsführer der N-Ergie Kraftwerke GmbH (links) und Wolfgang Morgenstern, Projektleiter Wärmespeicher der N-Ergie Kraftwerke GmbH (rechts). Bild: N-Ergie

Nürnberger Wärmespeicher für 17 Millionen Euro

N-Ergie macht sein Heizkraftwerk in Nürnberg-Sandreuth mit einem neuen Wärmespeicher flexibler. Dessen Kapazität wird rd. 1500 MWh betragen.

Der Spatenstich für den Bau eines 33 000 m3-Wasserspeichers auf dem Kraftwerksgelände in Nürnberg-Sandreuth ist gestern (29. Juli) erfolgt. Die eigentlichen Bauarbeiten starten spätestens im August. Es handelt sich dabei um einen Zwei-Zonen-Speicher: Im Inneren des Behälters wird das Wasser im unteren Bereich auf eine Temperatur von über 100 °C aufgeheizt. Damit dieses Wasser nicht ausdampfen kann, befindet sich im oberen Teil eine Schicht mit kälterem Wasser, die mit ihrem Eigengewicht wie ein Stempel auf das heiße Wasser drückt.

Die Wärmekapazität des Speichers mit einem Durchmesser von rd. 26 Metern beziffert N-Ergie auf etwa 1500 MWh. Mit dieser Menge ließen sich die Fernwärmekunden über ein ganzes Sommerwochenende hinweg versorgen. Das Kommunalunternehmen aus Nürnberg investiert für den Bau des Speichers sowie zweier Elektroheizer insgesamt 17 Mio. €. Die beiden Heizer mit je 25 MW dienen als Ergänzung zu dem Heißwasserspeicher. Sie sollen überschüssigen Strom in Wärme umwandeln.

Der Wärmespeicher selbst ist mit dem Nürnberger Fernwärmenetz verbunden. Bestehe beispielsweise aufgrund einer Flaute oder stärkerer Bewölkung ein erhöhter Strombedarf, muss die Stromerzeugung des Kraftwerks erhöht werden. Die daraus resultierende höhere, aber nicht direkt benötigte Fernwärme wird in den Speicher geladen. Damit werde der Einsatz des Heizkraftwerks flexibler, denn die Stromerzeugung lasse sich nun von der Wärmeproduktion zeitlich etwas entkoppeln.

Auch an evtl. auftretende Schäden hat man bereits gedacht: Sollte wider Erwarten eine Leckage entstehen, hält ein Umfassungswall das ausströmende Wasser zurück und leitet es in einen Kanal ab. (sg)