Stellten am 13. März 2017 die beiden einzigen Windräder der Stadtwerke Neuss Energie und Wasser GmbH vor (von rechts): Bürgermeister Reiner Breuer, Geschäftsführer Stephan Lommetz, Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Jörg Geerlings und Projektleiter Johannes Steinhauer. Die Anlagen stehen südlich des Stadtteils Hoisten. Bild: Stadtwerke Neuss Energie und Wasser

Die ersten und letzten Windräder von Neuss

Die Neusser haben ihre ersten Windräder. Im Stadtgebiet sind es wohl gleichzeitig die letzten. Für Bürger der Stadt winken verschiedene Zinssätze.

Die Stadtwerke Neuss Energie und Wasser haben gestern südlich des Stadtteils Hoisten ihre ersten beiden Windräder in den Probebetrieb genommen. Es werden auch ihre letzten sein – zumindest im insgesamt dicht besiedelten Stadtgebiet: "Die Windräder sind der Beitrag der Stadtwerke Neuss zur Umsetzung der Energiewende vor Ort", mit diesen Worten ließ sich Aufsichtsratschef Dr. Jörg Geerlings in einer Mitteilung zitieren. "Nach Expertenmeinung sind damit keine weiteren Standorte für Windkraft in Neuss realisierbar. Hätten die Stadtwerke nicht gebaut, dann hätten es andere Investoren machen können."

Das Baurecht für die zwei Anlagen musste zweimal durch zwei Instanzen hindurch gegen örtliche Widerstände erkämpft werden. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte im Mai 2016 den sofortigen Vollzug der Baugenehmigung von Anfang 2015 gegen die Vorinstanz wiederhergestellt.

Man konnte sofort loslegen

Schon im Monat darauf legte Stadtwerkechef Stephan Lommetz dem Aufsichtsrat eine aktualisierte Wirtschaftlichkeitsberechnung für die 7,2-Mio.-Euro-Investition vor. Sie sei ungeachtet der EEG-Novelle positiv ausgefallen. Dann ging alles "recht schnell", so Projektleiter Johannes Steinhauer: Die Stadtwerke hatten sich im Vorgriff Aufstell- und Kranflächen durch Vorverträge gesichert. Sie hatten auch die Abstandsflächen geregelt sowie die Kabeltrassen, die Baustraße und den Netzanschluss.

Die Neusser dürfen sich zumindest finanziell an den beiden Windrädern beteiligen. Dies war 2012 angekündigt worden. Hierfür ist eine Zinsspreizung vorgesehen: Stadtwerkekunden bekommen zwei Prozent, Nichtkunden nur 1,5 Prozent. Mit 500 bis 20 000 Euro ist man bei dem entsprechenden Sparbrief der örtlichen Volksbank dabei. Bürger können vom 2. April nachmittags an Anteile zeichnen. Die Stadtwerke vergeben sie nach dem Windhundprinzip. Der Sparbrief läuft fünf Jahre lang.

2100 Volllaststunden

Die Windräder sind von Enercon aus Aurich. Ihre Naben sind 108 und 138 Meter hoch. Sie sollen mit jeweils 2100 Volllaststunden und 6500 Betriebsstunden pro Jahr zehn Mio. kWh Strom erzeugen. (geo)