Der Direktvermarkter Next Kraftwerke ist sehr aktiv in der Vermarktung von Strom aus Biogasanlagen.
Bild: Paulwip / pixelio.de

Direktvermarkter werden internationaler

Die deutschen Direktvermarkter von Strom aus erneuerbaren Energien gehen ins Ausland. Schließlich bieten sich dort weitere Wachstumschancen.

Die Direktvermarktung von Strom aus erneuerbaren Energien ist ein sehr wettbewerbsintensives Geschäft. Erste Unternehmen suchen sich weitere Betätigungsfelder. Ein gutes Beispiel ist das Kölner Unternehmen Next Kraftwerke. So vermarktet das Virtuelle Kraftwerk, das Herz des Direktvermarkters, allein rund 350 MW aus sieben internationalen Standorten. Insgesamt vermarktet Next Kraftwerke rund vier GW im Virtuellen Kraftwerk.

Die Internationalisierung des Unternehmens hängt auch sehr stark mit Investoren zusammen. Im Mai gab Next Kraftwerke bekannt, dass das niederländische Erneuerbare-Energien-Unternehmen Eneco Group eine Minderheitsbeteiligung in Höhe von 34 Prozent an Next Kraftwerke erworben hat. Durch die Beteiligung konnte das Unternehmen weiter expandieren. Außerdem starteten die Kölner in den italienischen Markt und öffneten den Next Pool für den Schweizer Regelenergiemarkt. „Damit ist Next Kraftwerke nun in acht europäischen Ländern als Stromhändler aktiv und bereits in sieben europäischen Regelzonen präqualifizierter Regelenergieanbieter“, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Auch andere Direktvermarkter gehen ins Ausland: Clean Energy Sourcing (Clens) ist beispielsweise seit 2015 am österreichische Regelenergiemarkt präqualifiziert. Und Energy2Market (E2m) hat bereits Tochtergesellschaften in den Auslandsmärkten Polen, Österreich, Italien und Finnland. Im Oktober verkündete das Unternehmen den Eintritt in den englischen Markt. Dabei wird das Unternehmen von dem Commodity-Händler Trailstone unterstützt, der seit 2015 Partner und Gesellschafter der E2m ist. Sevastos Kavanozis, Geschäftsführer für Internationale Märkte von E2m sieht die Auslandsstrategie als Möglichkeit, die in Deutschland erfolgreich praktizierten und erprobten Businessmodelle auch dort anzuwenden: „Lokale Herausforderungen für die Kunden können wir auf Basis der Erfahrungen in vielen anderen Märkten lösen.“

Gleichzeitig ist der deutsche Markt interessant für Unternehmen aus anderen Ländern. So sind auch die dänischen Unternehmen Danske Commodities und Neas Energy sowie die spanische Iberdrola in der Direktvermarktung in Deutschland tätig. Auch der schweizerische Versorger BKW agiert über die Beteiligungen von Wind Energy Trading und Inpower am deutschen Markt. Und der norwegische Konzern Agder Energi wirkt über den schleswig-holsteinischen Direktvermarkter Nordgröön in Deutschland. (al)