Dow Chemical will Kohlekraftwerk bauen

Das Projekt wird lt. Dow Chemical jedes andere Kohleprojekt übertreffen. Es wird der letzte Bau eines Kohlekraftwerks in Deutschland sein, so Umweltschützer.

Mit 32 zu acht Stimmen hat der Rat in Stade, einer niedersächsischen Stadt an der Elbe, für ein Kohlekraftwerk auf dem Werksgelände der Chemiefirma Dow Chemical gestimmt, berichtet die "taz". Das besondere an der Anlage ist demnach, dass es in erster Linie das Chemiewerk von Dow versorgen wird, dem größten Arbeitgeber der Region. Dagegen protestierende Umweltverbände sprechen von einem Sieg kurzfristiger Wirtschaftsinteressen über Klimaschutz und einer nachhaltigen Energie- und Wirtschaftsstruktur.

Dow nennt seine Pläne ein "integriertes Energieversorgungskonzept". Dazu gehören neben dem Kohlekraftwerk auch ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk mit 160 MW, das bereits im November in Betrieb ging, schreibt das Blatt. Das Gaskraftwerk soll laufen, wenn das große Kraftwerk für eine Revision abgeschaltet werden muss. Außerdem müsste in diesem Fall Strom an der Börse hinzugekauft werden.

Das Kohlekraftwerk wird zu jeweils knapp 10 % mit Holzschnitzeln und Wasserstoff befeuert. Die nutzbare Abwärme von 300 MW übernimmt das Werk ebenfalls, so dass die im Brennstoff enthaltene Energie zu 60 % ausgenutzt werde. "Was wir machen, ist ein Projekt, das jedes andere Stein- und Braunkohleprojekt in Deutschland übertreffen wird", sagte Dow-Sprecher Joachim Sellner der "taz". An der Börse könne Dow mit dem großen Kraftwerk eine Leistung von 200 MW anbieten. Umweltschützer gehen davon aus, dass es das letzte Kohlekraftwerk sein wird, das in Deutschland noch gebaut wird. (sg)