Photovoltaik: 21 Prozent weniger Beschäftigte

Eine Auftragsstudie ergibt für 2012 einen Personalabbau im Photovoltaik(PV)-Bereich. Bei Wind stieg die Zahl der Beschäftigten.

Nach Erhebung einer Studie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung in Osnabrück im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) arbeiteten 2012 insgesamt 368 400 Menschen in der Herstellung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Die höchsten Anteile an der EE-Bruttobeschäftigung sind 2012 demnach in den großen Flächenländern Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sowie im Windenergieland Niedersachsen zu finden. Bayern nahm wie im letzten Jahr Platz eins ein. Schlusslicht ist das Saarland.

Sortiert nach der relativen Bedeutung der EE-Beschäftigten, nimmt Sachsen-Anhalt nach wie vor den Spitzenplatz ein. Dort lässt sich der Studie zufolge jeder 40. Arbeitsplatz dem Ausbau erneuerbarer Energien direkt oder indirekt zuweisen, d. h. 26,6 von 1000 Arbeitnehmern. An zweiter Stelle steht Brandenburg mit 21,4 EE-Beschäftigten je 1000 Arbeitnehmer, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 19,2. An letzter Stelle liegen Nordrhein-Westfalen (6,3), Saarland (5,2) und Berlin (4,2).

Nach den jeweiligen Technologien aufgeschlüsselt, ergeben sich weitere länderspezifische Besonderheiten: Naturgemäß hoch ist die Bedeutung der Windenergiebranche für den Arbeitsmarkt in den Küsten-Bundesländern inkl. Hansestädte, so die Studie. Im Osten sei Sachsen-Anhalt das Land mit den höchsten Werten. Die geringste Bedeutung der Bruttobeschäftigung durch Windenergieanlagen ist demnach in West- und Süddeutschland zu beobachten.

Hohe Wachstumsraten gibt es an der Nordseeküste und in Hamburg. Im Osten und im äußersten Westen des Landes sei das Wachstum unterdurchschnittlich – aber immer noch beachtlich.

In der Solarenergie hingegen ging die Bruttobeschäftigung 2012 in Deutschland deutlich zurück. Besonders relevant seien die Arbeitsplatzverluste im Bereich Photovoltaik, insbesondere in den produzierenden Betrieben. Besonders viele Insolvenzen bzw. Produktionsstopps gab es in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen. Aber auch in Bayern wurde in großem Umfang abgebaut. Bundesweit ging die Anzahl der Beschäftigten allein in der Photovoltaik um 23 100 oder knapp 21 % zurück.

Die Bruttobeschäftigung, die auf die Herstellung und den Betrieb von Anlagen zur Biomassenutzung sowie zur Bereitstellung von Brenn- und Kraftstoffen zurückgeht, sei vor allem im Nordosten überdurchschnittlich vertreten. In Westdeutschland gehören die Stadtstaaten und das Saarland als kleine Bundesländer zur Gruppe mit den geringsten Werten hinsichtlich der Bedeutung auf dem Arbeitsmarkt, so die Studie. Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein lägen im oberen Mittelfeld.
Während demnach in der Biogasbranche die Stimmung eher schlecht war, hatten die Hersteller von Biomasse-Kleinanlagen und auch die Brennstoffbereitsteller ein gutes Jahr. In allen Bundesländern außer NRW, Schleswig-Holstein und Niedersachsen stieg die Bruttobeschäftigung durch positive Entwicklungen im Bereich fester Biomasse. Thüringen und Brandenburg zählen zu den wenigen Bundesländern, in denen sich bei der Produktion von Biokraftstoffen positive Impulse ergeben haben.

Bei den sonstigen Energieträgern schrumpfte vor allem der Bereich der Wärmepumpen auf 3 % im bundesweiten Vergleich. Diese Entwicklung habe vor allem den Süden getroffen, in denen der Schwerpunkt der Produktionstätigkeit und der bisherigen Installationen liegt. Im Bereich Tiefengeothermie nahm die bundesweite Bruttobeschäftigung leicht zu.

Insgesamt kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass vor allem im Bereich Windenergie positive Entwicklungen der Bruttobeschäftigung zu verzeichnen sind. In der Solarenergie gab es wiederum kein Bundesland mit zunehmender Bruttobeschäftigung. Nur im Bereich Biomasse, Wasserkraft und Geothermie ergaben sich regional unterschiedliche Entwicklungen. (sg)