Photovoltaik-Anlagen produzieren gerade um die Mittagszeit an sonnigen Tagen sehr viel Strom. Bild: Sebastian Göbel / pixelio.de

Ende von gewerblichen PV-Eigenverbrauchsanlagen?

Laut einer Studie des Solarunternehmens REC ist die Wirtschaftlichkeit von gewerblichen Photovoltaik-Eigenverbrauchsanlagen bedroht.

Das Solarunternehmen REC, sieht das Geschäftsmodell für den gewerblichen Eigenverbrauch mit einer EEG-Umlagepflicht von 70 % für Neuanlagen, wie es Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel in der Kabinettsvorlage vorgestellt hat, bedroht. "Die Analyse zeigt, dass das produzierende Gewerbe besonders stark von einer EEG-Umlage betroffen sein würde", erklärt Luc Graré, Senior Vice President Sales and Marketing, REC. Für den produzierenden Mittelstand verlängert sich der Rückzahlungszeitraum bei einer 190 kW-Solaranlage beispielsweise am Standort Hamburg von 10,1 auf 14,3 Jahre. "Damit ist eine Investition in eine Solaranlage von Unternehmen in diesem Segment gefährdet", so Luc Graré weiter.

Im Segment Handel sieht die Analyse positiver aus: Die Amortisationszeit beträgt bei einer 90-kW-Solaranlage am Standort Bonn ein Jahr länger und somit 9,2 Jahre. Damit lohnt sich für den Handel eine Investition in eine solare Eigenverbrauchsanlage weiterhin.

"Inzwischen ist eine Einspeisevergütung für Solarstrom überflüssig, denn die Anlagenkosten* sind bereits so stark gesunken, dass dieses neue Geschäftsfeld auch ohne staatliche Subventionen wirtschaftlich attraktiv ist", sagt Luc Graré. "Umso unverständlicher ist der Vorstoß, gewerbliche Eigenverbrauchsanlagen mit einer so hohen Umlagepflicht abzustrafen. Denn um die politischen Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien zu erreichen, sind weiterhin hohe Investitionen notwendig. Bei einer EEG-Umlagepflicht von 70 % geht jedoch ein wichtiger Treiber der Energiewende, der produzierende Mittelstand, verloren. Daher fordern wir dringend eine Überarbeitung der Pläne."

REC hat in der Studie zur "Wirtschaftlichkeit von gewerblichen Eigenverbrauchsanlagen in Deutschland" beispielhaft zwei Fälle mit einer EEG-Umlagepflicht von 50 und 100 % kalkuliert. (al)
 
*Die Berechnungen in der Studie zur "Wirtschaftlichkeit von gewerblichen Eigenverbrauchsanlagen in Deutschland" basieren auf Investitionskosten von 1200 €/kWp.