Das Allgäuer Überlandwerk hat am 20. Juni 15 auf dem Höhenrücken zwischen Wildpoldsried und Kraftisried (beide Kreis Ostallgäu) zwei elf Jahre alte 1,5-MW-Windkraftanlagen von Pfleiderer gesprengt – nach seinen Angaben die erste Sprengung in Süddeutschland. Die Windräder werden Ende 2015 durch zwei 3-MW-Anlagen ersetzt. Der Hersteller Pfleiderer hatte sich aus dem Geschäftsfeld zurückgezogen. Bild: Weitblick-Lufttechnik Mair / AÜW

Erste Repowering-Sprengung in Süddeutschland

Das Allgäuer Überlandwerk (AÜW) hat am Samstag (20. Juni 15) die ersten alten Windkraftanlagen im Süden Deutschlands gesprengt.

Von der ersten Sprengung von Windrädern im süddeutschen Raum berichtet heute das AÜW in einer Pressemitteilung. Für den Sprengmeister war es demnach ebenfalls die erste Sprengung einer Windkraftanlage überhaupt. Die beiden Windräder seien an den berechneten Platz gefallen und es sei niemand zu Schaden gekommen, sagte er.

Die Sprengung ist eine Art, das Repowering durchzuführen, also alte mit neuen Windkraftanlagen zu ersetzen. Im Falle des AÜW waren die zwei 1,5-MW-Windräder elf Jahre alt, der Hersteller Pfleiderer war aus dem Geschäftsfeld ausgestiegen. "Wartung und der Bezug von Ersatzteilen wurden sehr aufwendig", schrieb AÜW-Geschäftsführer Michael Lucke. "Die beiden Anlagen waren ein technischer Totalschaden."

Sie werden Ende des Jahres von zwei 3-MW-Windkraftanlagen ersetzt, die mit 13 Mio. kWh/a mehr als die fünffache Stromausbeute versprechen wie die alten. Eigner ist zu 50 % die Bürgerenergiegesellschaft Wildkraft GmbH & Co. KG, zu 45 % die BEA Bioenergie Allgäu – ein Zusammenschluss von AÜW, den Allgäuer Kraftwerken und von ZAK – sowie zu 5 % die Wildpoldsrieder Dorfentwicklungs GmbH. Wildpoldsried ist Modellgemeinde im Projekt IRENE (Integration regenerativer Energien und Elektromobilität). Die Windräder stehen auf einem Höhenrücken in Richtung der weiter östlich gelegenen Nachbargemeinde Kraftisried. (geo)

Zum 4:54-min-Video von der Sprengung auf Youtube