Das neue Stromspeichersystem von Solarwatt besteht aus einem 2,2 kWh Batteriemodul (hell) und einer Steuereinheit (dunkel), die beliebig skaliert werden können. Hier ein System mit einer Speicherkapazität von 11 kWh und einer Leistung von 4 kW. Bild: © Solarwatt

Erster vollständig modularer Speicher vorgestellt

Solarwatt hat ein Speichersystem entwickelt, das beliebig skaliert werden kann. Dieses ermöglicht Konfigurationen von 2,2 kWh bis zu zwei MWh.

Der Dresdner Anbieter Solarwatt stellte gestern im Berliner Admiralspalast eine Weltneuheit vor. Das Stromspeichersystem "My Reserve Matrix" besteht aus zwei Elementen in der Größe eines Schuhkartons: aus einem Lithium-Ionen Batteriemodul mit einer Speicherkapazität von 2,2 kWh und einem Steuermodul. In Letzterem steckt die gesamte Leistungselektronik des Speichers inklusive Anschlüssen, Sensoren und Software.

Passgenaue Dimensionierung optimiert die Wirtschaftlichkeit


Eine Steuereinheit kann mit jeweils bis zu fünf Battteriemodulen kombiniert werden, was einer Kapazität von elf kWh und einer Leistung von vier kW entspricht. "Unser gesamtes System besteht aus einer Matrix dieser beiden Grundbausteine", sagte Dr. Andreas Gutsch, der als Geschäftsführer des Technologiezentrums Solar Innovation in Frechen die Speicherentwicklung verantwortet. Durch eine Skalierung seien anwendungsorientierte Konfigurationen in einer Größenordnung bis zu zwei MWh möglich. Durch eine passgenaue Dimensionierung der Speicherleistung könne zudem die Wirtschaftlichkeit optimiert werden.

Auch für Netzdienstleistungen ausgelegt


"Mit diesem System können wir 90 Prozent aller Einsatzbereiche von Speichern abdecken", sagte Detlef Neuhaus, Geschäftsführer von Solarwatt. Die Bandbreite der Anwendungen reicht von der Nutzung in einem Einfamilienhaus, über Handwerksbetriebe, Quartierspeicher, Netzspeicher oder der Industrie. Der Batteriespeicher hat herstelleroffene Schnittstellen für Wechselrichter und ist laut Entwickler Gutsch auch für Netzdienstleistungen ausgelegt. "Gerade in der Kooperation mit Stadtwerken und regionalen Netzbetreibern sehen wir breite Anwendungsmöglichkeiten unseres neuen Speichersystems", so Gutsch.

Großer Markt für Anlagennachrüstung


Angebunden werden können nicht nur Photovoltaikanlagen, sondern auch andere dezentrale Stromerzeugungsanlagen wie Windenergie oder Biogas. Einen sehr großen Markt sieht Gutsch in der Nachrüstung hunderttausender von Solarstromanlagen, die ab kommendem Jahr aus der EEG-Förderung fallen. Aufgrund der modularen, kompakten Bauweise könne das Speichersystem auch leicht und platzsparend montiert werden. Zudem sei der Austausch defekter oder veralteter Module einfach und das System könne ohne großen Aufwand demontiert und die eingesetzten Bauteile zu über 80 Prozent wiederverwendet werden. Die Lithium-Batteriezellen des Speichers stammen von dem südkoreanischen Hersteller SK.

Einem breiteren Publikum soll das neue Speichersystem auf der Intersolar Europe Ende Mai diesen Jahres in München vorgestellt werden. Der Verkaufsstart ist ab Sommer geplant. (hcn)