PV: 7,3 GW in elf Monaten

Trotz einer starken Kürzung der Fördermöglichkeiten wurden 2012 so viele Solarmodule verbaut wie nie zuvor.

Allein von Januar bis November 2012 sollen neue Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 7,3 Gigawatt ans öffentliche Stromnetz angeschlossen worden seien. Dies gab die Bundesnetzagentur bekannt. So viele Anlagen waren es zu diesem Zeitpunkt noch nie zuvor. So sind zwar im Vorjahr 7,5 GW ans Netz gegangen, davon aber alleine wegen der Förderkürzungen zum Jahreswechsel 3000 Anlagen im Dezember 2011.

Rund 1,3 Mio. Solarstromanlagen deckten 2012 in Deutschland nach Informationen des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar e.V.) rechnerisch den Jahresstromverbrauch von acht Millionen Haushalten. Dies entspräche einem Plus gegenüber dem Vorjahr von etwa 45 %. Der Anteil der Solarstromerzeugung an der Stromversorgung habe sich in nur drei Jahren vervierfacht, so der Hauptgeschäftsführer des Solarverbandes, Carsten König. Die Photovoltaik decke derzeit rd. 5 % des deutschen Strombedarfs.

Der BSW-Solar e.V. begründet diesen Umstand mit der Tatsache, dass vielen Verbrauchern die Energiewende in Deutschland zu langsam voranschreite. So nehmen sie diese mit der Installation einer Solaranlage oder der Beteiligung an einer Energiegenossenschaft selbst in die Hand. Auch bei Stadtwerken sei ein gesteigertes Interesse an der Solarenergie zu beobachten.

Die Kehrseite der Medaille: Verbraucher müssen seit dem Jahreswechsel mehr für die Ökostromförderung bezahlen. So stieg die EEG-Umlage von 3,6 ct/kWh im vergangenen Jahr auf 5,3 ct/kWh ab Januar diesen Jahres an. Die Förderung erneuerbarer Energien macht damit für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 kWh Strom rd. 185 € pro Jahr aus, also 60 € mehr als bislang. Um den Bau weiterer Solaranlagen zu begrenzen hatte die Politik deshalb die Subventionen stark gekürzt. Gleichzeitig sind jedoch auch die Preise für die Solaranlagen drastisch gefallen. Aus diesem Grunde sind Verluste und Pleiten bei deutschen Solarunternehmen nach wie vor an der Tagesordnung.

Für das Jahr 2013 sieht der Branchenverband neue Trends auf die Solarbranche zukommen. So werde der Eigenverbrauch immer attraktiver. In diesem Zusammenhang wird der verstärkte Einsatz von Batteriespeichern erwartet. Der eigene Stromspeicher, mit dem sich die Abhängigkeit vom Stromversorger weiter reduzieren lasse, liege 2013 voll im Trend. Die derzeitigen Erzeugungskosten für Solarstrom lägen bei 15 - 18 ct/kWh und damit deutlich unter dem durchschnittlichen Strompreis von 25 ct/kWh. Ein erfreulicher Nebeneffekt sei König zufolge die damit verbundene Einsparung beim Netzausbau. (msz)