Stimmt die Gesellschaft zu, ist die Energiewende möglich.
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Fraunhofer-Studie: "Energiewende machbar"

Zum entscheidenden Faktor der Energiewende wird das gesellschaftliche Verhalten, erkennen die Forscher vom Fraunhofer ISE. In einer Studie untersuchten Sie vier verschiedene Szenarien.

Laut einer Studie des Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) ist das Erreichen der Klimaschutzziele in der Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien "aus technischer und systemischer Sicht machbar". Ein maßgeblicher Faktor für den Erfolg der Energiewende sei allerdings das gesellschaftliche Verhalten, so die Forscher.

Für die Studie betrachtete das ISE den Verlauf, die technische Machbarkeit und die Kosten der Energiewende im Kontext verschiedener Entwicklungen gesellschaftlicher Verhaltensweisen und Einstellungen. Dafür berechneten sie vier Haupt-Szenarien: das Szenario Beharrung (starke Widerstände gegen den Einsatz neuer Techniken im Privatbereich), das Szenario Inakzeptanz (starker Widerstand gegen den Ausbau großer Infrastrukturen) und das Szenario Suffizienz (gesellschaftliche Verhaltensänderungen senken den Energieverbrauch deutlich) – diese verglichen sie mit einem Szenario, bei dem die Zielerreichung weder gefördert noch erschwert wird (Szenario Referenz).

Fraunhofer: "Wind und PV müssen um Faktor vier bis sieben steigen"

"Die stundenscharfe Betrachtung für die nächsten 30 Jahre zeigt, dass trotz eines sehr hohen Anteils fluktuierender erneuerbarer Energien für die Strombereitstellung in jeder Stunde und in allen Verbrauchssektoren eine sichere Versorgung erreicht werden kann", erklärt Hans-Martin Henning, Institutsleiter des Fraunhofer ISE und einer der Autoren der Studie.

Zugleich zeigen die Ergebnisse, dass auf Basis erneuerbarer Energien hergestellter Strom zur wichtigsten Primärenergie wird und dass aufgrund der Sektorenkopplung mit einem stark steigenden Strombedarf zu rechnen ist – die Ergebnisse reichen vom 2- bis 2,5-fachen des heutigen Wertes. Die installierte Leistung von Wind- und Photovoltaikanlagen muss dafür um einen Faktor vier bis sieben im Vergleich zur heute installierten Gesamtleistung ansteigen.

Die vollständige Studie steht hier zum Download bereit. (pm)