Geothermische Tiefbohrung liegt über Erwartungen

Nach dem erfolgreichen Abschluss der zweiten Tiefbohrung des Geothermie-Projekts in Taufkirchen (bei München) liegen die Ergebnisse über den budgetierten Annahmen.

Die Daldrup & Söhne AG, ein spezialisierter Anbieter von geothermischen Bohrdienstleistungen, hat am Freitag, den 13. Juli die Ergebnisse ihrer geothermischen Dublette (Förder- und Injektionsbohrung) bekanntgegeben: Die installierte Leistung der Geo-Kraftwärme-Kopplungsanlage beläuft sich demnach auf rd. 39,8 MW thermische und ca. 4,3 MW elektrische Leistung. Die Jahresstromproduktion betrage ca. 30 000 MWh und die anfängliche Jahreswärmeproduktion ca. 21 000 MWh.
Das Thermalwasser erreichte eine Schüttung von 120 l pro Sekunde und eine Temperatur von etwa 135°C. 

 

Als nächstes steht die "Hochzeit" mit der hydraulischen Verbindung der beiden Bohrungen und der Beginn der Bauarbeiten für die Energiezentrale (Heizkraftwerk) im Spätsommer an. Nach der Fertigstellung des Heizkraftwerks wird die Projektgesellschaft GeoEnergie Taufkirchen, an der Daldrup mehrheitlich beteiligt ist, die Gemeinden Oberhaching und Taufkirchen mit jeweils rd. 20 MW Wärmeleistung beliefern. Für den Strom liegt eine Einspeisezusage von Eon vor. Damit entwickelt sich Daldrup strategisch vom reinen Bohrdienstleister weiter zum unabhängigen mittelständischen Energieversorger.

 

Zur Finanzierung des Kraftwerkbaus Taufkirchen sollen jetzt weitere Finanzierungsmöglichkeiten evaluiert werden. Bisher hatte Daldrup die vollständige Finanzierung aus Eigenmitteln, die für den Grundstückskauf, die Voruntersuchungen und die Tiefenbohrungen investiert wurden, selbst gestellt. Man wolle das Projekt aber auch Fremdkapitalgebern öffnen. Derzeit verhandelt die Projektgesellschaft mit Banken über den Finanzierungsbedarf von bis zu 30 Mio. € für die obertägigen Installationen. (sg)