Ein neuer Antrieb fürs Heizkraftwerk am Hohen Feld in Frankfurt an der Oder: Erdas ersetzt Braunkohlestaub Bild: @ Stadtwerke Frankfurt/Oder

Frankfurt/Oder: Erdgas statt Braunkohle im Heizkraftwerk

Neue 51-MW-Gasmotorenanlage ermöglicht in Frankfurt an der Oder die Außerbetriebnahme eines Braunkohlekraftwerkes, bis zu 35.000 t CO2 pro Jahr können eingespart werden.

Die Stadtwerke Frankfurt an der Oder haben die Firma MAN Energy Solutions mit der Planung und Lieferung der kompletten Anlagentechnik für ein neues Kraftwerk zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) beauftragt. Die Anlage wird von fünf MAN 20V35/44G Gasmotoren betrieben werden, die neben 51 MW elektrischer Energie auch 50 MW Fernwärme bereitstellen. Zusätzlich installiert MAN einen Heißwasserkessel mit einer Kapazität von 20 MW, der die thermische Gesamtkapazität der Anlage auf 70MW erhöht.

Die Inbetriebnahme der neuen Anlage ist in der Heizperiode 2021/2022 geplant. Das neue Gasmotorenkraftwerk ist Teil einer umfassenden Modernisierung des Heizkraftwerks (HKW) Am Hohen Feld, das bereits seit 1997 rund 50.000 Haushalte und gewerbliche Kunden mit Strom und etwa 23.000 Haushalte und Unternehmen mit Fernwärme in der Oderstadt versorgt. Mit Fertigstellung der neuen Anlage wird der Betrieb von Braunkohlestaub und Erdgas auf Erdgas umgestellt.

Gesamtwirkungsgrad von über 90 Prozent

„Mit der Modernisierung unseres Kraftwerksstandortes stellen wir die umweltfreundliche und wirtschaftliche Wärme- und Stromversorgung in unserer Region sicher“, sagt Torsten Röglin, Geschäftsführer der Stadtwerke Frankfurt (Oder) „Die neue Anlage reduziert den CO2-Ausstoß um bis zu 35.000 Tonnen pro Jahr und ist mit einem Gesamtwirkungsgrad von über 90 Prozent besonders effizient in der Brennstoffausnutzung.“ Insgesamt investieren die Stadtwerke Frankfurt (Oder) fast 60 Millionen Euro, es ist die Investition des Unternehmens in den letzten 20 Jahren.

Die MAN Gasmotoren können in weniger als fünf Minuten ihre volle Leistung erreichen und schnelle Laständerungen problemlos meistern. „Für die Bereitstellung von Fernwärme sind große Gasmotoren besonders gut geeignet. In Kombination mit einem Wärmespeicher wird zudem eine marktgeleitete und flexible Fahrweise der Anlage ermöglicht, denn Strom- und Wärmelieferung sind entkoppelt“, erklärt Hajo Hoops, Senior Sales Manager bei MAN Energy Solutions. (sig)