Gas- und Dampfturbinenkraftwerk, Lingen. Bild: RWE AG

GuD-Anlage Lingen fit für schnelle Reserve

Nach einer technischen Optimierung kann die RWE GuD-Anlage in Lingen in einer drei Viertel Stunde aus dem kalten Zustand heraus auf 540 MW hochfahren.

Die Gas und Dampfturbinen(GuD)-Anlage in Lingen kann dem Strommarkt binnen 45 Minuten 540 MW bereit stellen, das entspricht etwa zwei Drittel der gesamten Blockleistung, teilte RWE mit. "Weltweit nehmen wir damit eine Spitzenposition ein", verdeutlicht Kraftwerksleiter Dr. Heinz-Jürgen Wüllenweber. Die Anlage habe ihre Leistungsfähigkeit bei einem Schnellstart nach mehrtägigem Stillstand unter Beweis gestellt.

Dabei wurde in den Sommermonaten die Leittechnik optimiert und die erst 2009 in Betrieb genommene Anlage umgebaut. Diese war aus wirtschaftlichen Gründen konserviert worden. Die Gasturbinen wurden dahingehend verändert, dass sie nun auch ohne den nachgelagerten Dampfkreislauf betrieben werden können. Bisher dauerte das Anfahren der 900 MW-Gesamtanlage, bestehend aus Gasturbinen und Dampfkreislauf rd. 3,5 Stunden. Hinzu kam eine umfangreiche Turbinenrevision, so RWE.

In den Kraftwerksblöcken B und C steht nun mit den vier modernen Vorschaltgasturbinen während der Sommermonate eine kurzfristig einsetzbare Reserve zur Verfügung. Das Stromnetz könne, so Wüllenweber, bei Bedarf schnell mit einer Einspeisung von maximal 232 MW gestützt werden. Allerdings habe das Bereithalten von Kraftwerken für den Anforderungsfall seinen Preis, das derzeitige Strommarktdesign sehe aber dafür keine Bezahlung vor, beklagt der Kraftwerksleiter und fordert einen dezentralen Leistungsmarkt. (sg)