Die Landstromanlage im Hamburger Hafen kostete rund 10 Mio. Euro. 7,2 Mio. Euro steuerte der Bund zu dem Projekt zu. Bild: © Christian Charisius/dpa

Hamburg: CDU-Fraktion verlangt Landstromstrategie für Hafen

Obwohl im Hamburger Hafen eine Landstromanlage steht, wird sie wenig genutzt, da es für Kreuzfahrtschiffe billiger ist, Dieselaggregate laufen zu lassen. Gleichzeitig werden im Hafen große Mengen Stickoxide produziert.

Die CDU-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft fordert vom Senat eine konkrete Strategie für die Versorgung von Kreuzfahrtschiffen mit Landstrom. Bislang würden die Kapazitäten der Landstromanlage am Kreuzfahrtterminal Altona nicht ansatzweise ausgeschöpft, heißt es in einem Antrag der Fraktion, über den die Bürgerschaft demnächst abstimmen soll. Der Senat halte Informationen über den Landstromverbrauch, die Umsatzerlöse und Verhandlungen auf Bundesebene bewusst zurück. So erwecke er den Eindruck einer strukturellen Konzeptlosigkeit im Hinblick auf den künftigen Umgang mit Landstrom. Er solle alle Daten offenlegen und bis zum 31. März ein Konzept vorlegen.

Die Landstrom-Anlage am Kreuzfahrt-Terminal Altona wurde 2016 als Pilotprojekt in Betrieb genommen und läuft seit April 2017 im Regelbetrieb. 2018 versorgte sie die "Aidasol" bei 22 Anläufen mit Landstrom. Im kommenden Jahr soll die "Europa2" von Hapag-Lloyd Cruises als weiterer Kunde die Anlage nutzen. Auch das neue Kreuzfahrt-Terminal in der Hafencity soll eine Landstrom-Anlage erhalten. Viele Kreuzfahrtschiffe nutzen die Anlage jedoch nicht, obgleich sie es könnten. Landstrom ist für die Reedereien deutlich teurer als selbst erzeugter Strom mit Hilfe von Dieselaggregaten, sie erhalten jedoch einen Rabatt beim Hafengeld. Die 10 Mio. Euro teure Landstrom-Anlage in Altona wurde vom Bund und der EU mit 7,2 Mio. Euro gefördert.

Der Hamburger Hafen ist ein großer Emittent von Stickoxiden. Rund 40 Prozent der NOx-Emissionen Hamburgs werden dem Hafenbetrieb zugeschrieben. (dpa/al)