Hannover: Geothermisches Heizen fehlgeschlagen

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat ihr Hauptziel, das Geozentrum Hannover (GZH) geothermisch zu beheizen, verfehlt.

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderte Erdwärme-Projekt GeneSys in Hannover hat insgesamt 20 Mio. € gekostet. Besonderheit des Projekts sei das Einbohrlochkonzept, mit dem man bis in eine Tiefe von 3901 m gelange.

Bei der Bohrung habe man an deren tiefsten Punkt nach Angaben der BGR-Experten eine außergewöhnlich hohe Temperatur von 169 °C gemessen. Allerdings haben im Frühjahr 2011 Salzausfällungen, die bei der Rückförderung entstanden sind, das Bohrloch in einer Tiefe von ca. 650 m verstopft. Die Wasserzirkulation scheiterte und damit auch die angestrebte Beheizung des Geozentrums Hannover mit seinen mehr als 1000 Mitarbeitern und zahlreichen Laboren.

Jetzt prüfe man drei Optionen, wie man weiter vorgehe: Eine komplette Verfüllung und damit Schließung des Bohrlochs schließen die BGR-Experten aus. Möglich sei der Umbau zu einer tiefen Erdwärmesonde. Dadurch lassen sich aber lediglich etwa 20 – 25 % der im GZH benötigten Wärmemenge bereitstellen. Deswegen werde man wohl die dritte Option wahrnehmen, nämlich die Bohrung für künftige Tests, Messungen und Untersuchungen offen zu halten, um später bei einem zu erwartenden Technologiefortschritt doch noch eine wirtschaftliche Nutzung des Bohrlochs zu ermöglichen. (sg)