Das Steinkohle-Kraftwerk in Voerde verfügt über eine Leistung von mehr als 2200 MW. Bild: Steag

"Harter und trauriger Schritt"

Steag meldet fünf Steinkohleblöcke ab. Der Konzern nennt die niedrigen Börsenstrompreise als Ursache.

Die Steag will fünf Kraftwerksblöcke stilllegen. Die Meiler sind bei der Bundesnetzagentur zur Stilllegung angemeldet worden, berichtet das Unternehmen per Pressemitteilung. Das politisch veränderte Marktumfeld und das anhaltend niedrige Strompreisniveau hätten zu einer zunehmenden Unwirtschaftlichkeit vieler konventioneller Großkraftwerke in Deutschland geführt. Die Bundesnetzagentur muss jetzt nach Rücksprache mit dem Übertragungsnetzbetreiber entscheiden, inwieweit Netzrelevanz besteht oder ob die angemeldeten Kraftwerksblöcke außer Betrieb genommen werden können.

Der Konzern wird damit rund 40 Prozent seiner installierten Steinkohle-Kapazität, knapp 2500 MW, in Deutschland stilllegen. Vorzeitig auslaufen sollen im Laufe des Jahr 2017 die Kraftwerksblöcke West 1 und 2 in Voerde und Herne 3 in Nordrhein-Westfalen sowie Weiher und Bexbach im Saarland.

Steag, die ihren Kraftwerkspark durch frühzeitige Optimierungen der Kosten- und Erlösstruktur lange im Markt halten konnte, trägt mit dieser Entscheidung jetzt der drastisch verschlechterten Marktumgebung Rechnung. "Das ist ein harter und trauriger Schritt, aber unumgänglich, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Steag zu erhalten", erläutert Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Geschäftsführung.

"In Folge der Stilllegungen werden im Steag-Konzern viele hundert Arbeitsplätze verloren gehen", so der Konzernbetriebsratsvorsitzende Ralf Melis. "Wir haben gemeinsam mit der Geschäftsführung und der IGBCE bereits einen Konzernsozialplan und Rahmeninteressenausgleich erarbeitet, mit dem Ziel, den Stellenabbau sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen zu vollziehen." (al)