Hilfe für Bürgerenergie-Projekte

Greenpeace-Energy stellt Risikokapital und Expertise für Projekte zur Verfügung; Kooperationen auch mit Stadtwerken möglich.

Der Ökoenergieanbieter Greenpeace Energy unterstützt ab sofort gezielt Bürgerenergieprojekte, deren Chancen sich durch die jüngste Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) "massiv verschlechtern", so das Unternehmen. Gemeinsam mit seiner Kraftwerkstochter Planet Energy hat Greenpeace Energy ein neues Beratungs-, Dienstleistungs- und Finanzierungsangebot zusammengestellt, um kleineren Akteuren auch künftig die aktive Teilhabe an der Energiewende zu ermöglichen.

"Das neue EEG bevorzugt große Unternehmen", sagt Greenpeace-Energy-Vorstand Sönke Tangermann, "dennoch sehen wir Chancen für die Bürgerenergie. Mit unserem Angebot wollen wir kleinen Akteuren helfen, diese Chancen zu nutzen." Um den größten Nachteil durch das neue EEG – die Kosten und Risiken einer Ausschreibungsteilnahme – abzufedern, bietet Planet Energy an, die Ausschreibungs- und Genehmigungsrisiken abzusichern.

Ein großes Hindernis für viele Projekte stellt die sogenannte "Pönale" im EEG dar, eine Art Strafzahlung: Für jede Anlage, die an einer Ausschreibungsrunde teilnimmt, muss eine Summe hinterlegt werden. Erhält der Akteur den Zuschlag und setzt das Projekt dann aber nicht um, wird dieser Betrag einbehalten. Die Pönale liegt bei 30 Euro pro kW. Bei einem Neun-MW-Park sind dies etwa 270 000 Euro. Planet Energy kann sich an den Projekten beteiligen und durch Dienstleistungen und zusätzliches Kapital die Bürgerenergiegesellschaft in die Lage versetzen, Belastungen wie die Pönale zu bewältigen.

Darüber hinaus steht Planet Energy auch mit seiner jahrelangen Erfahrung im Bau von Ökostrom-Kraftwerken den Bürgerenergie-Akteuren zur Seite. Genossenschaften und Bürgerprojekte, die sich an Planet Energy wenden, erhalten individuelle Unterstützungsleistungen für ihr Projekt. Die Projekte sollten schon in der Planung fortgeschritten sein: So sollten mindestens die Nutzungsverträge vorliegen. Damit werde dokumentiert, dass der "Impuls von der Bürgerenergiegenossenschaft kommt". Das Unternehmen kooperiert auch mit Stadtwerken bei Projekten.

Insgesamt hat Greenpeace Energy einen Betrag von über 10 Mio. Euro zur Verfügung, um ausreichend Projekte zu finanzieren. Somit kann eine gesunde Risikostreuung erzielt werden, die ähnlich ist wie bei großen Playern der Ausschreibung. Bislang zielt das Angebot nur auf Windenergie-Projekte ab.

Über das Tochterunternehmen Planet Energy haben die Hamburger in den letzten 15 Jahren sehr viel Erfahrung bei der Planung, der Finanzierung, dem Bau und dem Betrieb von Erneuerbaren-Anlagen sammeln können. Es wurde etwa 150 Mio. Euro in 80 MW an Projekten – vor allem in der Windenergie – investiert.

Interessierte Bürgerenergie-Akteure können sich direkt an Planet Energy wenden und sich kostenlos informieren. Unter www.planet-energy.de/buergerenergie ist das Angebot kompakt zusammengefasst. (al)