Brennstoffzelle in Homburg (v.l.n.r.): Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Ast, Friedrich und Julia Bossler sowie Guido Gummert, Geschäftsführer von Baxi Innotech. Bild: Stadtwerke Homburg

Homburg testet Brennstoffzelle in der Praxis

Brennstoffzellen-Heizgeräte sollen sich besonders für Einfamilienhäuser eignen. Die Stadtwerke Homburg sehen ein neues Geschäftsfeld auf diesem Gebiet.

Als Teilnehmer des europäischen Feldtests Ene.field haben die Stadtwerke Homburg ein Heizgerät mit Brennstoffzelle in einem Privathaushalt aufgestellt. Im Rahmen dieses Feldtests ist die Anlage in Homburg eine der ersten zwei deutschen Geräte, von insgesamt 1000 geplanten Anlagen in Wohngebäuden in zwölf EU-Mitgliedsstaaten.

Der Vorteil der Anlage liege darin, dass im Gegensatz zu Blockheizkraftwerken (BHKW) die Brennstoffzellen-Anlage sehr bedarfsgenau dem Verbrauch einer Familie angepasst werden kann, erläutert Markus Müller, Energieberater der Stadtwerke Homburg. BHKW sind dagegen für Einfamilienhäuser oft zu groß und damit unwirtschaftlich. Ein Brennstoffzellen-Heizgerät kommt lt. Projektpartner Baxi Innotech GmbH auf etwa 96 % Brennstoffnutzungsgrad. Insgesamt verfügt die Anlage über einen Kraft-Wärme-Kopplungs(KWK)-Teil mit einer Leistung von 1 kW elektrisch und 1,8 kW thermisch sowie einem Zusatzheizgerät, d. h. ein integrierter Brennwertkessel, von 3,5 bis 15 kW modulierend.

Die Stadtwerke Homburg wollen mit der Teilnahme an dem Feldtest die Markteinführung vorantreiben, sagt der Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Ast. Inzwischen sei man beim technischen Feinschliff des Systems. Die Markteinführung steht für 2015 an. Die Stadtwerke versprechen sich mit dem Bau und Betrieb von Brennstoffzellen – in Verbindung mit dem Handwerk – ein mögliches neues Geschäftsfeld.

Die Technik, bei der Wasserstoff und Sauerstoff durch eine Membran voneinander getrennt sind und über elektrische Leiter Elektronen austauschen und damit Strom erzeugen, erprobt der Kommunalversorger schon seit 2007 in eigenen Gasstationen. Zusätzlich zu dem erzeugten Strom kann die entstehende Wärme für die Gebäudebeheizung und Warmwasserbereitung genutzt werden. Da der benötigte Wasserstoff aus Erdgas gewonnen wird, ist die Anlage an die bestehende Erdgasversorgung der Stadtwerke angeschlossen. Um den Spitzenbedarf an Wärme zu decken, ist in das Aggregat noch ein zusätzliches Erdgasbrennwertgerät integriert. (sg)