Ein Blick ins Innere des Wendelstein 7-X aus dem Jahr 2011. Von Innen nach außen zu sehen: Plasmagefäß, eine der verwundenen Stellaratorspulen, eine ebene Spule, Stützstruktur und Außengefäß. Bildquelle: IPP, Foto: W. Filser

Kernfusionsanlage kurz vor Betrieb

Die Test-Kernfusionsanlage Wendelstein 7-x in Greifswald an der Ostsee hat die letzte Hürde genommen: Die zuständige Behörde hat ihr Okay gegeben.

Nach zehn Jahren Bauzeit und einigen Rückschlägen ist die umstrittene Anlage nun betriebsbereit. Bereits testweise haben die Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik mit einem hochkomplexen Vakuumring von 16 m Durchmesser ein Magnetfeld erzeugt. Laut Institutschef Thomas Klinger ist es gelungen, die Magnete so präzise zu bauen, dass die Annahmen komplett erfüllt sind, zitieren mehrere Medien den Wissenschaftler. In der Anlage wird getestet, ob es nach dem Vorbild der Sonne möglich ist, Energie herzustellen. Dazu wird Wasserstoff in dem luftleeren Ring auf 100 Millionen Grad erhitzt, bis Helium unter hoher Energiefreisetzung entsteht. Die freigesetzte Menge an Radioaktivität ist im Vergleich zur Kernspaltung gering, Kettenreaktionen soll es nicht geben.

Dennoch ist das Projekt umstritten. Die Grünen sehen sie als Hindernis für das Gelingen der Energiewende, schreibt das "Handelsblatt". „Wir haben erhebliche Zweifel, ob die Kernfusion überhaupt irgendwann einmal nutzbar sein wird“, zitiert die Wirtschaftszeitung den Grünen-Fraktionschef Mecklenburg-Vorpommerns, Jürgen Suhr. In der Kritik stehen auch die Kosten. Diese liegen mittlerweile bei einer Milliarde Euro. Übernommen werden sie von der EU, vom Bund und zu acht Prozent vom Land.

Nun hat das zuständige Landesamt für Gesundheit und Soziales am Montag (30. Nov. 15) grünes Licht gegeben. Alle technischen Voraussetzungen beim Greifswalder Max-Planck-Institut für Plasmaphysik seien erfüllt, nun könnten die Experimente starten, hieß es. Die Betriebsgenehmigung soll in der kommenden Woche erfolgen. (sg)