Die Planungen für den Verlauf der Höchstspannungsleitung Suedlink bleiben höchst umstritten.
© Martin Schutt/dpa

Landräte fordern Stopp für Planung der Stromtrasse Suedlink

Die Argumentation: die Rahmenbedingungen für die Nord-Süd-Leitung hätten sich mittlerweile deutlich verändert.

Die Landräte des Wartburgkreises und des Werra-Meißner-Kreises (Hessen) haben den Stopp der Planungen für die Suedlink-Trasse gefordert. Die Diskussion um die Nord-Süd-Leitung zeige, dass "sich die Sinnhaftigkeit dieser Stromtrasse nicht mehr erschließt", schrieben die Landräte Reinhard Krebs (CDU/Wartburgkreis) und Stefan Reuß (SPD/Werra-Meißner-Kreis) in einem am Freitag veröffentlichten Brief. Adressaten sind Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Thüringens Infrastrukturministerin Birgit Keller (Linke) und Hessens Energieminister Tarek Al-Wazir (Grüne).

Die Planungen seien viele Jahre alt, inzwischen hätten sich die Rahmenbedingungen deutlich verändert. Die Beschlüsse zum Ausstieg aus der Atomenergie und der Kohleproduktion machten dies "überdeutlich". Parallel dazu seien die Bemühungen um eine dezentrale Energieerzeugung vorangetrieben worden. Dies zeige der Bau von Windkraftanlagen in beiden Landkreisen. Zudem machen die Landräte unter anderem Mängel in der Planung in Hinsicht auf den Naturschutz geltend. Eine ausreichende Begründung für den Trassenverlauf durch die beiden Kreise liege nicht vor.

Bundesnetzagentur entscheidet Ende 2019

Die Bundesnetzagentur entscheidet über den rund 700 Kilometer langen Suedlink-Verlauf voraussichtlich Ende 2019. Die Stromtrasse soll vom südlichen Schleswig-Holstein westlich an Hannover und Göttingen vorbei über Nordhessen und Südthüringen bis Grafenrheinfeld in Unterfranken und zum Umspannwerk Großgartach bei Heilbronn (Baden-Württemberg) führen. (dpa/hil)