Oliver Hummel, Vorstand bei der Düsseldorfer Naturstrom AG
Bild: © Naturstrom AG

Naturstrom AG: Sanfte Landung durch PPA

Ende 2020 fallen rund 4000 Megawatt aus dem EEG. Die Naturstrom AG hat die ersten PPA mit Altanlagen abgeschlossen. Weitere Kontrakte sollen zügig folgen.

"Nicht nur die Betreiber älterer Windräder stehen vor einer Zäsur, auch der Ökostrommarkt", äußert sich Oliver Hummel, Vorstand bei der Düsseldorfer Naturstrom AG. "Bislang finden die Ökostromerzeugung in Deutschland und die Energiebeschaffung für Ökostromtarife in Parallelwelten statt. Das wird sich ab 2021 ändern, wenn mit Auslaufen der zwanzigjährigen EEG-Förderung Windstrom für die Belieferung von Endverbrauchern zur Verfügung steht", so Hummel weiter.

Exemplarisch hierfür ist die Energie aus dem Windrad von Johannes Bentfeld mit einer Leistung von 600 Kilowatt. "Meine Anlage wird ebenso wie viele andere Windräder in der Region noch eine ganze Weile weiterlaufen und günstig Strom produzieren können", ist der Landwirt zuversichtlich. Vor allem freut es ihn, dass durch das mit Naturstrom abgeschlossene PPA der Strom "nicht an der Börse untergeht", sondern den Ökostromkunden des Unternehmens zugutekommt. 

Kein neuer Business-Case

Bereits bis 2014 hatte Naturstrom rund 200 Windenergieanlagen als Lieferanten unter Vertrag. Noch ehe eine Reform des EEG die Belieferung von Endkunden mit dezentral erzeugtem Ökostrom erschwerte. Das Wissen nutzen die EE-Spezialisten heute wieder: Diese vermarkten die Erzeugung von Ökostromanlagen mit einer Leistung von rund 900 Megawatt im Großhandel, darunter rund 90 Prozent Windenergie.

"Unser Ziel für 2021 und die Folgejahre ist es, einen relevanten Anteil der an unsere Kunden gelieferten Strommengen durch Windenergie abzudecken und auch den Photovoltaik-Anteil nach und nach auszubauen", betont Hummel. Hierfür seien Verhandlungen mit zahlreichen Betreibern aufgenommen worden. (ab)