Stephan Wenning, Koordinator der Bürgerenergiegesellschaften, im Gespräch mit Naturstrom-Mitarbeitern.
Bild: © Naturstrom AG

Naturstrom übernimmt alten Windpark Eselsberg

Die sieben Anlagen in Nordhessen fallen demnächst aus der EEG-Vergütung.

Die Naturstrom AG übernimmt sieben Anlagen des Windparks Eselsberg bei Trendelburg in Nordhessen. Der Windpark wurde bislang von einer Bürgerenergiegesellschaft betriebenen und zwischen 1998 und 2000 in Betrieb genommen. Ab Anfang 2021 entfällt damit die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Fünf der Windräder will Naturstrom weiterbetreiben und damit die eigenen Kunden beliefern, zwei weitere Windräder werden durch eine moderne Anlage ersetzt.

Das Ende der EEG-Vergütung für tausende Anlagen markiere einen Epochenwechsel für die Energiewende, erläutert Naturstrom-Vorstandsvorsitzender Thomas E. Banning. Die Betreiber stehen dann vor der Frage, ob sie solche Anlagen wirtschaftlich weiterbetreiben können oder stilllegen müssen.

Der Betrieb von Altanlagen ist kein Selbstläufer

Angesichts stark schwankender Marktpreise werde der Weiterbetrieb gerade der ältesten Anlagen kein Selbstläufer, mahnt Naturstrom-Vorstand Oliver Hummel. Dabei sei es für die Energiewende enorm wichtig, dass ein Großteil der Erzeugungskapazitäten am Netz bleibt und weiterhin sauberen Strom produziert – zu dann sehr günstigen Preisen. Durch die direkte Vermarktung als Ökostrom an Endkunden erzielen Anlagenbetreiber höhere Erlöse als am Spotmarkt der Strombörse, so Hummel. Gleichzeitig müssten aber auch Betriebsführung und Wartung angepasst werden. In all diesen Fällen sei Naturstrom den Betreibern ein Partner auf Augenhöhe.

Der Windpark in Trendelburg umfasst drei Anlagen des Typs V 47 und vier des Typs V 44, alle vom Hersteller Vestas. In Betrieb genommen wurden sie zwischen 1998 und 2000. Der Windpark verfügt über eine Leistung von 4.380 kW, pro Jahr produziert er rund 4,6 Mio. kWh. (wa)