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Neue Stromtrasse dämpft Anstieg beim Redispatch

Thüringer Strombrücke mindert Netzüberlastung seit September 2017. Gesamtkosten stiegen im Vorjahr dennoch auf 1,4 Mrd. Euro.

Nach dem windschwachen Jahr 2016 sind die Kosten für Redispatch im Vorjahr erwartungsgemäß deutlich gestiegen. Das zeigt der Bericht der Bundesnetzagentur zu Netz- und Systemsicherheitsmaßnahmen, der die Zahlen für 2017 enthält. Die Gesamtkosten der Netzstabilisierung seien im vergangenen Jahr auf 1,4 Mrd. Euro gestiegen –  im windarmen Jahr 2016 waren es 880 Mio. Euro und im bisherigen Rekordjahr 2015 rund 1,1 Mrd. Euro.

2017 musste erheblich häufiger als früher ab- und hinzugeregelt werden. So erhöhte sich die Menge der Abregelungen auf rund 10.200 GWh, die angeforderte Erhöhung der Einspeisung durch Markt- und Reservekraftwerke lag bei 10.238 GWh. Auch die Abregelung erneuerbarer Energieträger stieg auf den bislang höchsten Wert von 5.518 GWh. Vor allem das erste Quartal war durch eine europaweite Kälteperiode und eine ungewöhnliche Lastflusssituation problematisch.

Entspannung ab dem vierten Quartal

Dennoch verbreitet Behördenchef Jochen Homann Optimismus: Die Thüringer Strombrücke, die seit September 2017 vollständig in Betrieb ist, senke den Bedarf an Stabilisierungsmaßnahmen. Der Netzausbau in Thüringen habe zu einer Senkung des Redispatchbedarfs und der Kosten bei einem zuvor hoch überlasteten Netzelement geführt, erläutert Homann. Die Überlastung der Leitung „Remptendorf-Redwitz“ sei im vierten Quartal auf 18 Stunden gesunken; im gleichen Dreimonatszeitraum 2015 lag sie noch bei 1836 Stunden. (wa)