Ökostrom gegen Blackout

Frankreich drohen im Winter wegen nicht verfügbarer Kernkraftwerke Stromengpässe. Kann deutscher Ökostrom aushelfen?

Die französische Atomaufsicht ASN hat an insgesamt 58 Reaktoren Sicherheitsprüfungen angeordnet, berichtet das "Handelsblatt". Die vom AKW-Hersteller Areva gelieferten Dampferzeuger könnten womöglich schadhaft sein. Frankreichs Stromkonzern EDF muss damit rechnen, dass im Januar und Februar noch neun Kernkraftwerke vom Netz sind. Wenn es dann kalt ist, könnte es eng werden. Deutschland könnte dann beispielsweise ein Überangebot von Ökostrom, vor allem aus Wind, unterbringen oder auch kaum ausgelastete Gaskraftwerke hochfahren. Erste Anzeichen der drohenden Knappheit im Nachbarland war vor wenigen Tagen ein extrem hoher Strompreis am dortigen Markt von über 800 Euro/MWh.

Zugleich wurde bekannt, das mindestens in 18 europäischen Kernkraftwerken das Notkühlwasser auf bis zu 60 Grad vorgeheizt wird, um „offenbar einen Riss des Reaktordruckbehälters zu vermeiden“. Dies ergaben Recherchen des WDR und der "Süddeutschen Zeitung". Möglich, dass die Reaktordruckbehälter dieser ausländischen Kraftwerke bereits spröde sind. Auch französische Anlagen sollen betroffen sein, darunter das umstrittene Kernkraftwerk Fessenheim im Elsass. Es liegt direkt an der deutsch-französischen Grenze. (hi)