Es wird kräftig verbraucht: Die zehn Länder mit dem höchsten Verbrauch an Öl und Erdgas. Bild: IW

Öl- und Gasverbrauch steigt weltweit

Während in anderen Ländern der Verbrauch steigt, tut sich Deutschland durch eine gegenläufige Entwicklung hervor.

Trotz aller politischen Bekundungen, man wolle aus Klimaschutzgründen weniger fossile Rohstoffe nutzen, kennt der weltweite Verbrauch von Öl und Gas nur eine Richtung: nach oben. Das gilt indes nicht für Deutschland, berichtet das Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

Die Entwicklungen auf dem Öl- und Gasmarkt gleichen sich in vielen Punkten fast aufs Haar: In den vergangenen zehn Jahren hat sich der weltweite Ölkonsum weiter erhöht – um knapp 9 % auf 4211 Mio. t im Jahr 2014. Die zehn Länder mit dem größten Ölverbrauch haben zuletzt 2490 Mio. t oder 60 % des schwarzen Goldes geschluckt.

Ein Großteil des Anstiegs seit 2004 geht auf den Wirtschaftsboom in China zurück, der den Ölkonsum dort um 63 % in die Höhe schießen ließ. Den größten Ölbedarf haben aber nach wie vor die USA. Fast 840 Mio. t schmieren dort den Wirtschaftskreislauf. Das waren allerdings 100 Mio. t weniger als 2004. Ebenfalls weniger Öl schluckt Deutschland, das seit 2004 von Rang 5 auf Rang 8 der zehn größten Ölkonsumenten zurückgefallen ist.

Neu in die Top Ten aufgestiegen ist Saudi-Arabien. Der Zuwachs des Ölverbrauchs um mehr als 60 % seit dem Jahr 2004 ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Saudis ihren Strom in Ölkraftwerken erzeugen. Und Strom brauchen die 29 Millionen Einwohner vor allem, um ihre Klimaanlagen zu befeuern.

Eine ähnliche Entwicklung wie beim Öl hat es auch beim Erdgas gegeben. Insgesamt legte der Verbrauch zwischen 2004 und 2014 weltweit um ein Viertel auf 3393 Mrd. m3 zu, wobei die USA wiederum Hauptabnehmer sind. In den Club der zehn Staaten mit dem größten Gasverbrauch aufgerückt sind die Chinesen – ihr Gaskonsum hat sich infolge der boomenden Wirtschaft seit 2004 mehr als vervierfacht.

In Deutschland dagegen haben sich Wirtschaftswachstum und Gasverbrauch längst entkoppelt – und der milde Winter 2013/14 tat ein Übriges. Allein 2014 ging der Gasverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um 14 % zurück. (al)