Der Offshore-Windpark Butendiek, 32 Kilometer westlich von Sylt. Die 80 Windturbinen mit einer installierten Gesamtleistung von 288 MW laufen seit August 2015, das heißt, der Betreiber erhält noch EEG-Fixvergütung. Das Bild zeigt Probebohrungen im Sommer 2003. Bild: Butendiek Offshore Windpark … KG

"Offshore-EEG-Vergütung wird sich halbieren"

PWC rechnet damit, dass die ersten Offshore-Windkraft-Ausschreibungen bei unter zehn Cent pro kWh ausfallen. Was die politische Botschaft dahinter ist:

Am 1. April – kein Aprilscherz – ist die erste Ausschreibung für die Stromvergütung und Netzanbindung neuer deutscher Windparks auf See: 1550 MW, die bereits eine Baugenehmigung haben, kommen unter den Hammer. Sie werden frühestens 2021 in Betrieb genommen.

Diese Ausschreibung markiert den Übergang von Fixentgelten zu einem Auktionierungsregime jetzt auch bei Offshore-Windkraft, bisher schon bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen, am 2. Mai dann bei Windenergieanlagen an Land. Heute hat die Unternehmensberatung PWC eine Schätzung abgegeben, wo diese Rückwärtsversteigerung von 12 Cent pro kWh abwärts enden wird: bei "deutlich unter 10 Cent je Kilowattstunde". Derzeit wird ein Fixentgelt von 19,4 Cent gezahlt, allerdings bei kürzerer Laufzeit. Und anderswo in Europa erreichen Offshore-Auktionen aktuell gut sieben bis unter fünf Cent.

"Das rechtfertigt ehrgeizigere Ausbauziele"

Heiko Stohlmeyer, Leiter des Bereichs Renewables bei PWC, begründete die Kostendegression mit dem Einsatz größerer Windenergieanlagen sowie mit der höheren Budgetdisziplin bei den jüngsten Projekten: „Die Zeiten, in denen bei Offshore-Projekten die Kosten explodierten, sind vorbei", sagte er heute zum Auftakt der Konferenz "Offshore Windparks" von Euroforum. Die läuft noch bis morgen in Hamburg.

Die politische Botschaft hinter den geringeren spezifischen Kosten lieferte Stohlmeyer gleich mit Bezug auf die Offshore-Ausbauziele mit: "Die Fortschritte rechtfertigen wieder deutlich ambitioniertere Ziele – zumal der Trend zur Kostendegression durch den Bau zusätzlicher Windparks weiter verstärkt würde.“ Ursprünglich hatte der Bund eine installierte Leistung von 10 000 MW bis 2020 und 25 000 MW bis 2030 vorgesehen. 2013 schraubte die Große Koalition das Ziel auf 6500 MW bis 2020 und 15 000 MW bis 2030 herunter, weil sich der Zubau damals hinzog. Von da an explodierte die installierte Leistung in der deutschen See förmlich von 500 auf 4100 MW. (geo)