Letzter Schritt zur Errichtung einer Hochspannungs-Gleichstromübertragungs(HGÜ)-Konverterplattform: Das sog. Aufjacken. Bild: www.siemens.com/presse

Offshore: Siemens meistert zweite HGÜ-Plattform

Nach Helwin 1 hat Siemens die Gleichstrom-Konverterplattform für den Offshore Windpark Borwin 2 nordwestlich der Insel Borkum installiert.

Erneut habe man die kritische Offshore-Installation für Übertragungsnetzbetreiber Tennet gemeistert, teilte Siemens mit, nachdem der Konzern eine Gleichstrom-Konverterplattform für den Offshore-Windpark Borwin 2 installierte. Die eingesetzte Technik beruht auf dem sog. HVDC-plus-Verfahren. Es ermöglicht im Gegensatz zur klassischen Variante den Schwarzstart von Inselnetzen – eine wichtige Voraussetzung für den Betrieb des Offshore-Netzes. Die modulare Bauweise reduziere zudem den Platzbedarf der Anlagen. Darüber hinaus erreiche man mit der Technik eine nahezu ideal sinusförmige Wechselspannung und im Gleichspannungskreis eine glatte Spannung, die den Einsatz von Oberschwingungsfiltern überflüssig machen.

Der schwierigste Teil der Installation stellt lt. Siemens das passgenaue Ineinanderfädeln von Hochspannungs-Gleichstromübertragungs(HGÜ)-Plattform und Unterkonstruktion auf See dar, wenn zuvor mehrere Schlepper die Plattform über die bereits vorhandene Unterkonstruktion gezogen und richtig ausgerichtet haben. Das sei nur bei ruhiger See möglich. Dann heben hydraulische Hubvorrichtungen die Plattform nach oben, was auch als "Aufjacken" bezeichnet wird. Mit rd. 20 m über dem Meeresspiegel sei die Plattform vor Jahrhundertwellen geschützt.

Die automatisierten Plattformen können nach der Inbetriebnahme von Land aus komplett überwacht und gesteuert werden. Siemens übernimmt die Wartung für die nächsten fünf Jahre. Für Netzbetreiber Tennet realisiert das Münchner Unternehmen insgesamt fünf Nordsee-Netzanbindungen. Die ersten vier für Helwin 1 und 2 sowie Borwin 2 und Sylwin 1 sollen zwischen dem zweiten Halbjahr 2014 und dem ersten Halbjahr 2015 in Betrieb gehen. Die Inbetriebnahme bei Borwin 3 ist für 2019 geplant. (sg)