Harald Bauer, CEO SaltX Technology (links), und Markus Witt, Projektsponsor für den Salzspeicher bei Vattenfall, am Donnerstag bei der offiziellen Inbetriebnahme der Pilotanlage.
Bild: © Vattenfall

Power in Salt: Vattenfall nimmt Salzspeicher in Betrieb

In Berlin geht die Stromspeicherung ganz neue Wege: Bereits seit 2017 arbeitet Vattenfall an einer Anlage, die Salz mit Strom auflädt und ihm zwischenspeichert. Nun startet SaltX in den Praxistest.

Überschüssigen Strom in Salz speichern? Das funktioniert, wie die Laborversuche von Vattenfall und dem schwedischen Unternehmen SaltX Technology gezeigt haben. Nun soll die Pilotanlage am Heizkraftwerk Reuter in Spandau erste Erkenntnisse im Industrie-Einsatz liefern.

In einem Salzsilo wird „ungeladenes“ Salz mit Nanobeschichtung gelagert. Genau in dieser Oberflächen-Struktur liegt der Clou der Technologie: Die Mischung aus Wasser und Salz wird auf über 500 Grad Celsius erhitzt, wobei das Calciumoxid zu Calciumhydroxi wird und Energie speicher kann. Mit einer Leistung von bis zu fünf MW soll die Anlage in Berlin Strom vorhalten können.

Noch gibt es Klärungsbedarf

Allerdings gibt es in der bevorstehenden sechsmonatigen Pilotphase noch einiges hearuszufinden, wie Markus Witt, Projektsponsor für den Salzspeicher bei Vattenfall Wärme erklärt: „Über die nächsten Monate werden wir entscheidende Daten sammeln, um zuverlässig beantworten zu können, ob und wie das Projekt im Realmaßstab Wirklichkeit werden kann. Eine Frage ist, wie große Mengen an Salz in einem entsprechenden Behälter effizient getrocknet werden können. Andere Überlegungen betreffen die Reaktionsgeschwindigkeit sowie die Kontrolle über den Prozess."

Im Herbst sollen die Daten dann ausgewertet und zum Jahresende die finalen Ergebnisse vorliegen. Die Pilotanlage ist Teil der strategischen Neuausrichtung am Standort. Vattenfall wird im kommenden Jahr den Block C des Heizkraftwerks Reuter stilllegen und bis spätestens Ende 2030 in Berlin vollständig aus der Kohlenutzung aussteigen. (ls)