Mit einer großen Veranstaltung wurde in Iserlohn die neue Plattform für eine intelligente Energieverteilung und -nutzung vorgestellt. Bild: @ Stadtwerke Iserlohn

Powersharing: Stadtwerke Iserlohn starten neues Konzept für eine zukunftsweisende Versorgung

Sehr viel Gemeinschaftssinn steckt im neuesten Projekt der Stadtwerke Iserlohn. Über die Plattform Powersharing sollen Lieferanten und Verbraucher von Energie auf optimale Weise zusammengeschaltet werden.

Die Stadtwerke Iserlohn haben ein neues Konzept für eine zukunftsweisende Versorgung vorgestellt: Powersharing heißt nicht nur die entsprechende Online-Plattform – das ist vielmehr der Titel für das regionale und ganzheitliche Versorgungskonzept. Die Iserlohner sind davon überzeugt, dass schon in naher Zukunft die Energie nicht nur nachhaltiger erzeugt, sondern auch sinnvoller verbraucht oder gespeichert wird. Eines der Hauptprobleme: Energie aus Sonne oder Wind ist nicht durchgängig verfügbar, sondern sie muss immer wieder zwischengespeichert werden.

Auch ist die Zeit der großen Kraftwerke vorbei. Zu den großen Erzeugungsanlagen kommen immer mehr kleine Anlagen hinzu. In Iserlohn sind das zum Beispiel knapp 900 Solaranlagen, und sehr viele davon sind auf Dächern von Privathäusern installiert. Die Energie der Zukunft, die aus vielen Quellen kommt und nicht immer gleich stark fließt, muss gemanagt werden. Die Stadtwerke Iserlohn haben sich dieser Herausforderung gestellt. Ihre Antwort lautet: Powersharing.

Eine ganze Stadt wird zum virtuellen Kraftwerk

Mit der neuen Plattform sollen digitale Technologien dazu genutzt werden, alle Verbraucher, Lieferanten und sämtliche Speicherkapazitäten in der Region auf eine gemeinsame Plattform zu bringen und optimal auszubalancieren. „Je mehr wir hier einbinden können, desto einfacher wird das Management der Energie in der Region und umso höher ist natürlich die Versorgungssicherheit“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Reiner Timmreck. Durch die Integration aller Beteiligten auf der der Website powersharing.de könne ein virtuelles Kraftwerk entstehen.

Das Ziel der Stadtwerke Iserlohn ist der Aufbau einer Community. „Wir wollen hier nichts Praxisfernes am Schreibtisch entwickeln, sondern voneinander lernen. Über unsere Plattform wollen wir uns auch mit den jeweils beteiligten Gruppen abstimmen, was praktikabel und zielführend ist und was nicht“, so Timmreck. Er wünscht sich eine Zukunft, in der der Trockner vielleicht nur noch dann gestartet wird, wenn die Solaranlage des Nachbarn gerade auf Hochtouren läuft. Oder in der das nächstliegende Windrad sich automatisch den passenden Verbraucher sucht. (sig)