Raum Backnang will mehr örtliches Wasser

Sieben baden-württembergische Städte und Gemeinden wollen sich unabhängiger von der Fernwasserversorgung machen.

Anfangs waren es zwölf Kommunen, mittlerweile sind es noch sieben Städte und Gemeinden im Raum Backnang 27 km nordöstlich von Stuttgart, die eine komplette Neuausrichtung ihrer Wasserversorgung planen, berichtet die "Stuttgarter Zeitung".

Geplant ist ein neues zentrales Wasserwerk in Backnang-Maubach. Insgesamt belaufen sich die Investitionskosten demnach auf 31 Mio. €. Allein die Kosten für die zentrale Wasseraufbereitungsanlage liegen dem Bericht zufolge bei 11 Mio. €.

Die notwendigen Leitungen würden in Kooperation mit dem Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg (WV NOW) gebaut. Ziel sei es, deutlich mehr örtliches Wasser zu nutzen, weniger Fernwasser etwa von der Landeswasserversorgung. Im Verbund hätten die Kommunen dann genug Wasser, selbst wenn die Fernversorgung zusammenbrechen sollte, schreibt das Blatt unter Berufung auf eine Backnanger Gemeinderats-Vorlage. Auch die Wasserqualität soll sich nach lt. Backnanger Stadtverwaltung verbessern: Der Härtegrad würde sinken, damit auch die Kosten für Entkalkungen und Kalkschäden. Das dezentral gewonnene Eigenwasser soll in das eine zentrale Wasserwerk geleitet und dort aufbereitet werden. Dies sei letztlich bei bessererer Qualität günstiger als das bisher dezentrale Wasserwerk-System. Folgerichtig sollen die Zweckverbände Wasserversorgung Söllbachgruppe und Allmersbach aufgelöst werden. Nur so könnten die Wasserpreise stabil bleiben, heißt es. Die kleineren Zweckverbände sind derzeit in mehreren Orten für die Wassergewinnung, -speicherung und -bereitstellung zuständig.

Ganz sicher sei es noch nicht, ob alle sieben Partnerkommunen mitmachen, die Entscheidungen der Kommunalparlamente stünden noch aus. Es sei aber "wahrscheinlich", so Backnangs Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) zu dem Blatt. Die Idee zu dem Projekt existiert seit zwei Jahren. Nach dem damaligen Stand sollen die Bauarbeiten 2020 beendet sein. Baden-Württemberg fördert Investitionen in die ortsnahe Wasserversorgung. Die WV NOW engagiert stark sich in solchen Projekten – ungeachtet ihrer Mitgliedschaft in der Landeswasserversorgung, von der sie natürlich dann auch Teilmengen bezieht. (sg)