Die Stromproduktion aus Windenergie an Land in Schleswig-Holstein soll bis 2025 von 6,5 auf 10 Gigawatt steigen. Die Zahl der Windkraftanlagen allerdings nur um bis zu 500 auf rund 3600. Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Schleswig-Holstein hat den günstigsten Ökostrom

Berechnungen haben ergeben, dass Strom aus Erneuerbaren im Norden 3,5 ct/kWh weniger als der Bundesdurchschnitt kostet.

Die Zahlen hatte das Energiewendeministerium aus Schleswig-Holstein auf Basis von Daten des Statistikamts Nord und der schleswig-holsteinischen Netzbetreiber ermittelt. Demnach kostet im Norden Ökostrom durchschnittlich 14,9 ct/kWh. Miteinberechnet sind Entschädigungskosten für abgeregelte Windkraftanlagen aufgrund von Netzengpässen.

"Vor allem der Wind an Land trägt dazu bei, die Kosten für die erneuerbaren Energien zu senken – und zwar auch dann, wenn Strom wegen fehlender Netzkapazitäten zeitweise abgeregelt werden muss", sagte der schleswig-holsteinische Energiewendeminister Robert Habeck. Ein Windrad an der Küste produziere 150–250 % des Stroms, den eine vergleichbare Anlage im Binnenland erzeuge. Selbst wenn die Netze bei 25 % der Zeit nicht ausreichen würden, sei ein Windrad an der Küste immer noch kostengünstiger als eines im Binnenland, so Habeck.

Nach Angaben der Netzbetreiber in Schleswig Holstein, die Eon Netz GmbH und Tennet TSO, mussten 308 Mio. kWh 2011 abgeregelt werden, für die 29 Mio. € an Entschädigung fällig war. Diese Kosten würden 2,4 % der nach Schleswig-Holstein geflossenen EEG-Vergütungen für 2011 entsprechen. Rund 97 % der Anlagen, die 2011 abgeschaltet wurden, waren Windenergieanlagen, der Rest Photovoltaik- und Biogasanlagen.

Die ersten Auswertungen zur Abregelung und den Entschädigungszahlen für 2012 sollen im ersten Quartal 2013 folgen. (sg)