Erster Spatenstich beim Baufeld für eine Tiefengeothermieanlage der Stadtwerke Schwerin (von links): Aufsichtsratschef Gerd Böttger, der mecklenburg-vorpommersche Energieminister Christian Pegel, Stadtwerkegeschäftsführer Dr. Josef Wolf und der 1. Stellvertretende OB Bernd Nottebaum. Bild: Stadtwerke Schwerin GmbH

Schwerins Meilenstein in der Wärmewende

Die Stadtwerke Schwerin haben mit den Bauarbeiten zu einem Tiefengeothermie-Vorhaben begonnen. Es soll bis zu 20 % des örtlichen Wärmebedarfs decken.

Gestern (30. Nov. 15) haben die Stadtwerke Schwerin im Beisein des Landesenergieministers Spatenstich zur Einrichtung des Baufeldes gefeiert, auf dem im April 2018 eine Tiefengeothermieanlage in Betrieb gehen soll. Mit viel Symbolkraft musste dafür die Wand eines alten Kohlebansens (Vorratsbehälter) am Heizkraftwerk weichen.

Die Geothermieanlage soll klimaneutral bis zu 20 % des Wärmebedarfs in der mecklenburg-vorpommerschen Landeshauptstadt decken und den Fernwärmebetrieb vom Einsatz fossiler Energieträgern entlasten, erklärte der Stellvertretende OB Bernd Nottebaum. Das Vorhaben sei ein "Meilenstein auf dem Weg zur angestrebten CO2-Neutralität der Landeshauptstadt bis zum Jahr 2050", heißt es in einer Pressemitteilung.

Konkret soll 52,5 °C heißes Wasser aus 1300 m Tiefe mit einer Pumpe nach oben befördert, durch einen Wärmeübertrager ausgekoppelt und im Heizkraftwerk-Lankow auf die erforderliche Temperatur gebracht werden. Dann wird es in das Fernwärmenetz der Stadt eingespeist. Das abgekühlte Thermalwasser wird in einem geschlossenen Kreislauf in dieselbe Gesteinsschicht zurückgeführt.

Die Kosten sind auf 14,8 Mio. € veranschlagt, davon 6,8 Mio. € für die beiden erforderlichen Bohrungen. EU und Land fördern das Projekt. Der Aufbau der Bohranlage ist für Oktober 2016 geplant. Die erste Bohrung soll voraussichtlich März/April 2017 erfolgen. (geo)