Siemens: Wieder Ärger mit Offshore-Anbindung

Der bereits zuvor um einige Monate verschobene Offshore-Windpark SylWin1 wird nun erst im zweiten Halbjahr 2014 fertig sein, so Siemens.

Schuld sei ein neues Bodengutachten, das eine unentdeckte Weichbodenschicht zu Tage förderte. Diese mache eine tiefere Verankerung der Umspannplattform notwendig. Anfangs sei man von einer 70 m langen Verankerung ausgegangen, jetzt seien 106 m nötig, berichtet das "Handelsblatt". Die daraus resuliterenden zusätzlichen Kosten könnten im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Bereits im vergangenen Geschäftsjahr musste Siemens für die Verzögerung des Windparks SylWin1 vor der Küste Sylts 22 Mio. € abschreiben. Auch die Offshore-Windparks "BorWin 2" und "HelWin" vor Borkum und Helgoland haben sich bereits verzögert. Nur "HelWin 2" macht bisher keine Probleme. Die Schwierigkeiten bei der Netzanbindung sollen Siemens inzwischen fast 600 Mio. € kosten.

Eine schwierige Finanzlage des Offshore-Ausbaus insgesamt attestiert eine Studie der Boston Consulting Group (BCG). Diese sagt voraus, dass für den Aufbau der Meeres-Windparks mit einer Leistung von 10 GW bis 2020 etwa 50 Mrd. € fehlen werden, so das "Handelsblatt". Die Unternehmensberatung rechnet damit, dass bis 2020 noch insgesamt 110 Mrd. € in Windparks auf hoher See investiert werden müssen. (sg)