Steag baut Geothermieprojekt aus

Steag New Energies plant in Erding, bei München, nicht nur ein BHKW und eine Kompressionswärmepumpe, sondern will auch das Fernwärmenetz erweitern.

Zusammen mit dem beschlossenen Bau eines neuen Blockheizkraftwerks (BHKW) mit 1,2 MW elektrischer Leistung und einer Kompressionswärmepumpe mit 3,9 MW thermischer Leistung will die Steag New Energies GmbH (SNE) auch das bestehende Fernwärmenetz im bayerischen Erding erweitern.

Diese Eckpunkte haben die langjährigen Partner, der Zweckverband Geowärme Erding und die SNE, bei einer vorzeitigen Verlängerung ihres Kooperationsvertrags bis Ende 2030 beschlossen. Beide führen nach Angaben der SNE seit 1994 eine erfolgreiche Partnerschaft.

Die Anschlussleistung der Fernwärme in Erding, nahe München, soll von aktuell rd. 62 MW thermisch schrittweise auf maximal 75 MW gesteigert werden. Zum bestehenden Fernwärmenetz sollen neue Trassen hinzukommen. Insgesamt investiert die Saarbrücker Tochter der Steag GmbH knapp 6 Mio. € in den Erweiterungsbau des bestehenden Geothermieheizwerks.

Derzeit betreibt die SNE am Standort Erding zwei Heizwerke und ein Fernwärmenetz auf Basis von Geothermie. Das geplante erdgasbetriebene BHKW soll den Strom zum Antrieb der Wärmepumpe produzieren. Die Kompressionswärmepumpe wird das Thermalwasser für den Einsatz im Fernwärmenetz auf höhere Temperaturen erhitzen.

Zum technischen Hintergrund: Das Thermalwasser für die Fernwärmeversorgung von Erding wird aus dem sog. Molassebecken in einer Tiefe von über 2300 m und mit einer Temperatur von etwa 65 °C gefördert. In 230 m Tiefe ist eine Brunnenpumpe installiert, die das Thermalwasser zum Heizwerk pumpt, wo es über einen Wärmetauscher den Fernwärmekreislauf auf etwa 65 °C erwärmt.

Zwei Absorptionswärmepumpen entziehen dem Thermalwasser weitere Wärme und führen diese dem Fernwärmekreislauf zu. Dabei wird das Fernwärmewasser auf etwa 80 °C erwärmt und das Thermalwasser auf 20 °C abgekühlt. In den nachgeschalteten Heißwasserkesseln erreicht der Fernwärmevorlauf seine endgültige Temperatur von maximal 110 °C. Das thermisch genutzte, "entwärmte" Thermalwasser wird in den Untergrund zurückgeführt. (sg)