Einer der beiden Phasenschiebertransformatoren in Röhrsdorf.
Bild: © 50Hertz

Stromflüsse nach Tschechien haben sich verbessert

Seit Inbetriebnahme der Phasenschiebertransformatoren – inzwischen sind es sechs –, haben sich die ungewollten Ringflüsse verringert und die grenzüberschreitenden Kapazitäten, die im internationalen Stromhandel genutzt werden, erhöht.

Nach erfolgreichem Testbetrieb hat 50Hertz Anfang Januar im sächsischen Umspannwerk Röhrsdorf zwei Phasenschiebertransformatoren (PST, auch Querregler genannt) in Betrieb genommen. Die beiden ergänzen die Wirkung der vier PST, die seit Anfang 2017 in Hradec laufen und vom tschechischen Netzbetreiber CEPS betrieben werden. Die PST an der deutsch-tschechischen Grenze werden von beiden Übertragungsnetzbetreibern koordiniert gesteuert. Dabei wird auch der Einsatz der PST des polnischen Übertragungsnetzbetreibers PSE in Mikulowa nahe Hagenwerder in Deutschland berücksichtigt, teilte 50Hertz mit. Nur koordiniert können diese Netzanlagen optimal betrieben werden. In die Einsatzoptimierung wird die TSCNET Services GmbH als Dienstleister europäischer Übertragungsnetzbetreiber einbezogen.

Mit den Querreglern verbessert sich die Steuerungsmöglichkeit von Strom und damit werden auch die sogenannten ungeplanten Stromflüsse – auch Ringflüsse genannt – verringert. Folglich lassen sich die grenzüberschreitenden Kapazitäten, die im internationalen Stromhandel genutzt werden, erhöhen. Seit Inbetriebnahme der PST an den Grenzen zu Polen und Tschechien habe man bereits eine Steigerung dieser grenzüberschreitenden Kapazitäten und deren Nutzung beobachten können, so 50Hertz.

Weitere Ausbauarbeiten

In Röhrsdorf sollen nun weitere Bauarbeiten an den PST folgen, die voraussichtlich zwei Jahre in Anspruch nehmen. Neben der Leitung nach Hradec sollen die Querregler auch in Leitungen nach Dresden, Streumen und Remptendorf eingeschaltet werden. So sollen die Stromflüsse im Süden der Regelzone von 50Hertz effizienter zu steuern sein.

Querregler steuern Stromflüsse über die Einstellung des Phasenwinkels der Spannung zwischen beiden Enden einer Leitung. Damit verändert sich der elektrische Widerstand der Leitung. Bildlich dargestellt ist der PST eine Art einstellbares Ventil in einem Leitungsnetz, das den Fluss in einer Leitung ändert und dabei eine Umverteilung der Flüsse im Netz bewirkt. So lassen sich sowohl Überlastungen einzelner Leitungen vermeiden als auch Leistungsreserven weniger belasteter Leitungen erschließen. (sg)