Regional sehr unterschiedlich: der Strompreis Bild: © Rolf Vennenbernd/dpa

Strompreise: regional deutliche Unterschiede

Was kostet Strom in Deutschland? Wie haben sich die Strompreise in den letzten Monaten entwickelt? Und wo zahlen Haushalte am meisten, wo am wenigsten für Strom?

Regelmäßig analysiert das Verbraucherportal „Stromauskunft“ die Strompreise für 6400 Städte in Deutschland und veröffentlicht diese in der Studie. Verbraucher zahlen demnach in der Grundversorgung im bundesweiten Durchschnitt 32,2 Cent pro kWh. Damit sind die Strompreise für Haushalte so hoch wie nie. Und sie sind die Teuersten in ganz Europa. So kostete die kWh beim günstigsten Alternativanbieter 27,5 Cent.

Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres haben etwa zwei Drittel der 826 Grundversorger in Deutschland die Strompreise erhöht - und zwar um durchschnittlich rund fünf Prozent. Verantwortlich für die hohen Kosten seien in erster Linie die hohen Umlagen und Steuern, berichtet Jörg Heidjann, Herausgeber der Strompreis-Studie: „Die reine Stromerzeugung ist nicht die Ursache für die hohen Kosten. Auch wenn die Preise gestiegen sind, kostet eine Kilowattstunde im Großhandel weniger als fünf Cent.“

Strompreise: starke regionale Preisunterschiede

Wie viel Geld Verbraucher für Strom in Deutschland ausgeben, hängt neben dem Verbrauch auch vom Wohnort ab. Im Durchschnitt bezahlt ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 kWh 1127 Euro in der Grundversorgung und 959 Euro beim günstigsten Alternativanbieter.

Betrachtet man die Strompreise nach Bundesland, so zahlen Verbraucher in Thüringen, Schleswig Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg besonders viel für Strom – die Spanne reicht hier von 1164 bis 1217 Euro. Vergleichsweise günstig sind die Strompreise in Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein Westfalen mit 1020 bis 1107 EUR. Einwohner in Bremen zahlen mit 1020 Euro im Durchschnitt 200 Euro weniger für Strom als Einwohner in Thüringen mit 1217 Euro.

Größerer Stromverbrauch im Westen

Haushalte im Saarland und in Rheinland-Pfalz verbrauchen am meisten Strom. Im Durchschnitt benötigen sie 3.682 bzw. 3.681 kWh pro Jahr und damit rund ein Drittel mehr als Verbraucher in Berlin, wo gemittelt 2861 kWh an Verbrauch gemessen wurden. Überdurchschnittlich viel Strom benötigen auch Haushalte in Niedersachsen (3653 kWh) und Thüringen (3629 kWh). Verhältnismäßig sparsam sind neben den Berlinern auch Hamburger (3015 kWh) und Sachsen (3054 kWh).

Stromkunden aus dem Westen Deutschlands liegen mit einem Verbrauch von durchschnittlich 3440 kWh pro Jahr über dem bundesdeutschen Mittel. Sie benötigen rund sechs Prozent mehr Strom als ostdeutsche Verbraucher. Als möglichen Grund dafür gibt das Vergleichsportal Check 24 an, dass in westdeutschen Bundesländern im Schnitt mehr Personen je Haushalt als im Osten leben. (sig)