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Stromverteilnetzstudie: Meilenstein für Hessens Energiewende

Bislang wird eher Kupfer statt Köpfchen bezuschusst. Hier muss ein Umdenken stattfinden, sagt Ralf Schodlok, Vorsitzender der hessischen VKU-Landesgruppe. Die Verteilnetzstudie Hessen beschäftigt sich auch mit dem Thema E-Mobilität.

Schon heute speisen 50 Mal so viele Erneuerbare-Energie-Anlagen Strom ins Verteilnetz wie noch im Jahr 2000. "Die Stromverteilnetze sind die Lebensadern der Energiewende, auf sie kommt es an", sagt Ralf Schodlok, Vorsitzender der VKU-Landesgruppe Hessen zur Präsentation der Verteilnetzstudie Hessen in Wiesbaden. Die Stromerzeugungsstruktur verändere sich mit der Energiewende radikal.

Die vom Hessischen Wirtschaftsministerium und neun Verteilnetzbetreibern aus Hessen 2014 initiierte und Ende 2015 durch das Ministerium beauftragte Verteilnetzstudie wurde 2016 bis 2018  vom Fraunhofer Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik und Bearing Point sowie den teilnehmenden Netzbetreibern bearbeitet.

Erkenntnisse zum Anpassungsbedarf und Entwicklungsmöglichkeiten der Verteilnetze in Hessen

"Die Verteilnetzstudie ist ein bedeutender Meilenstein für die Gestaltung der Energiewende in Hessen. Sie liefert detaillierte Erkenntnisse hinsichtlich des Anpassungsbedarfs und der Entwicklungsmöglichkeiten der Verteilnetze", so Schodlok. Er betont: "Es ist Aufgabe der aktuellen und der zukünftigen Landesregierung, die richtigen politischen Schlussfolgerungen aus der Studie zu ziehen – vor allem im Hinblick auf den Regulierungsrahmen. Die Politik darf nicht nur Kupfer(kabel), sondern muss auch Köpfchen fordern. Wenn Kabel in die Erde verlegt werden, wird das finanziell anerkannt. Investitionen in intelligente Systeme allerdings nicht. Das muss sich ändern.

Gefordert sei, den regulatorischen Rahmen so anzupassen, dass diese Flexibilität von den Verteilnetzbetreibern finanziert werden könne. Die Energiewende in Hessen und in ganz Deutschland werde ökologisch und ökonomisch zum Erfolg, wenn die politischen Rahmenbedingungen die Bedeutung der Dezentralität im Infrastruktur widerspiegeln.

Ladeinfrastruktur als neue Herausforderung

Neue Herausforderungen wird auch die Elektromobilität mit ihrem prognostizierten deutlichen Anstieg sich bringen. "Die Verteilnetze werden zum neuen Tankstellennetz, weil nur sie in der Lage sind, allenthalben Strom bereitzustellen", sagt Schodlok. Die Verteilnetzstudie beschäftigt sich in Ansätzen mit diesen Herausforderungen. Weitere Forschung sei nötig, um damit einhergehende Probleme umfassend zu betrachten und mögliche Lösungsansätze, wie intelligentes, gesteuertes Laden, intensiv zu beleuchten. "Wir fordern die Landesregierung auf, umfassende Forschungsvorhaben zum Thema Netzintegration der Elektromobilität zu fördern", endet Schodlok. (sg)